Transportlogistik, Business Logistics concept, Bild: Fotolia © masterart2680

Digitale Plattformen: Zukunft der Transportlogistik

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Spediteure zeigen immer größeres Interesse an hybriden und elektrischen Antrieben, das geht aus einer aktuellen Umfrage der Unternehmensberatung Bain & Company hervor. Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung der Transportlogistik werden aber auch ganz neue Plattformen entstehen.

Der Kostenfaktor ist weiterhin entscheidend

Wenn Spediteurinnen und Spediteure einen Truck kaufen, dann berechnen sie genau, was der Betrieb des neuen Fahrzeugs im Jahr kosten wird. Die Gesamtbetriebskosten seien für die meisten Profi-Kunden weiterhin der wichtigste Faktor bei Neuanschaffungen, schreibt Bain & Company. Ebenfalls wichtig für Logistik-Dienstleister seien Leistung und Ausstattung des Lkw, aber auch der Service beim Händler. Auch die Umweltfreundlichkeit und das allgemeine Image der Marke hätten Einfluss auf die Kaufentscheidung.

Wie in anderen Branchen auch gewinnt das Online-Geschäft an Bedeutung. Die meisten Kaufinteressenten informieren sich heutzutage online, teilweise werden Trucks auch direkt im Internet gekauft.  Die meisten Kunden wünschen sich jedoch der Studie zufolge auch in Zukunft die Beratung und Unterstützung von lokalen Händlern. Denn es ist gar nicht so einfach, die Gesamtbetriebskosten eines Fahrzeugs genau zu berechnen. Ein Händler verfügt über moderne Analyse-Tools und professionelle Methoden dazu.

Spediteure wollen alternative Motoren

Überraschend ist jedoch ein anderes Ergebnis der Umfrage: 40 Prozent der Truck-Käufer gaben an, bei ihrem nächsten Einkauf auch Zugmaschinen mit Hybrid oder Elektromotor kaufen zu wollen. Und das sogar, obwohl die Kosten dafür weiterhin vergleichsweise hoch sind. Dahinter steht offenbar der Wunsch, mit dem eigenen Unternehmen ein umweltbewusstes Image zu verkörpern und eine Vorreiterrolle einzunehmen. Aber auch nicht zuletzt ein ernsthaftes Interesse an der neuen Technologie. Flottenbetreiber gaben an, sie würden sich in Kürze wenigstens einen oder zwei dieser Lkw zulegen.

In Dieselmotoren sehen hingegen nur wenige einen zukunftsfähigen Antrieb: Nur 30 Prozent der Befragten glauben, dass Diesel im Jahr 2025 noch die wichtigste Antriebsform in ihrer Flotte sein werde. Aber dennoch dürfte es wohl in der Praxis noch einige Jahre dauern, bis alternative Antriebe den Markt dominieren können.

Transportlogistik der Zukunft: digitale Plattformen

Langfristig werde die Digitalisierung dazu führen, dass die Lkw-Produzenten auf neue Geschäftsmodelle setzen müssen, schreiben die Forscher. Truck-Hersteller sollten sich vom Anbieten einzelner Hardware-Teile auf integrierte Angebote verlegen. Neue Technologien müssten Teil eines innovativen Gesamtkonzepts sein, das neben der Weiterentwicklung des autonomem Fahrens auch digitale Plattformen umfasse. Das heißt: In Zukunft sollen Hersteller nach Ansicht von Bain & Company nicht mehr nur einzelne Trucks anbieten, sondern ganzheitliche Transportsysteme.

Wenn diese Systeme erst einmal massenhaft in Betrieb sein sollten, wird das auch die Arbeit der Spediteure verändern. Als digital vernetzte Dienstleister werden sie in der Lage sein, die aktuellen Marktpreise für Fracht quasi in Echtzeit zu berechnen und entsprechende Angebote machen zu können. Damit gewinnen die Spediteure der Zukunft als Bindeglied zwischen den Versendern und Transporteuren an Bedeutung. Das wird Veränderungen der Wertschöpfungskette nach sich ziehen. Laut Studie geht heute bereits jeder zweite Lkw-Käufer davon aus, dass spätestens in zehn Jahren digitale Plattformen über 40 Prozent des europäischen Frachtvolumens kontrollieren werden.

„Big Data“ treibt die Transportlogistik voran

Eine zentrale Rolle für das Gelingen dieser Pläne spielt „Big Data“, also die Sammlung und Analyse großer Datenmengen. Wenn alle Transportanfragen sowie -angebote digital verarbeitet werden, dann können präzise Analysen vorgenommen werden. Die dienen dann den Verantwortlichen als Grundlage für Entscheidungen. Wie hoch ist die Abschlussquote auf einem bestimmten Verkehrsträger? Wie günstig ist ein abgegebenes Angebot im Vergleich zu den anderen Anbietern am Markt? Solche Fragen könnte in Zukunft die smarte Datenanalyse beantworten.

Das könnte die Transportlogistik nachhaltig verändern. Wenn ein Spediteur zum Beispiel besondere Konditionen für Transporte nach China hat, könnte eine digitale Plattform bei entsprechenden Transportanfragen direkt die entsprechende Spedition vorschlagen.

Bild: Fotolia © masterart2680

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