Warum Carmen LKW-Fahrerin wurde – und sie sich keinen besseren Job vorstellen kann

in Miles/Power-Porträts von

Heute stelle ich euch eine Frau vor, die sich in der Trucker-Welt pudelwohl fühlt: Carmen arbeitet als Fahrerin in meinem Unternehmen und sorgt dafür, dass die Schweizer Supermärkte frisches Obst und Gemüse bekommen. Ich habe Carmen gefragt, wie sie zu ihrem heutigen Beruf kam, was ihr daran besonders gefällt und wie andere reagieren, wenn sie von ihrem Beruf erzählt.

Carmen, wie bist Du zum Trucker-Beruf gekommen?

Schon früh war ich von LKWs fasziniert, denn bereits als Kind durfte ich meinen Vater ab und zu begleiten, wenn er aushilfsweise gefahren ist. Ausserdem habe ich während meiner Arbeit an einem Rasthof das Trucker-Business näher kennengelernt. 2011 habe ich dann den LKW-Führerschein gemacht und mir einen lang gehegten Traum verwirklicht.

Was gefällt Dir besonders gut an deiner Arbeit?

Ich mag es, selbstständig und alleine arbeiten zu können. Kilometer zu sammeln macht mir nichts aus, ich bin eben eine leidenschaftliche Fahrerin. Und während meiner Touren sehe ich viel und lerne viele neue Leute kennen.

Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Ich transportiere täglich Obst und Gemüse durch die ganze Schweiz. Beladen und entladen wird bei Bauern, Shops oder Verteilerzentren, es ist sehr abwechslungsreich. Selbstverständlich stehen hier die Ladungssicherung, sowie eine zuverlässige Lieferung beim Kunden im Vordergrund.

Du kommst aus Deutschland. Hast du dich in der Schweiz gut eingelebt?

Zu Beginn war es nicht einfach, für mich war damals nicht nur der Arbeitgeber, sondern auch die ganze Umgebung neu. Geographische Kenntnisse musste ich mir erst aneignen. Aber mittlerweile habe ich viele nette Kollegen gefunden und fühle mich hier sehr wohl, weshalb ich mich entschieden habe, in die Schweiz zu ziehen. Meine neue Wohnung habe ich vor 2 Wochen bezogen.

Janina Martig Logistics

Wie oft bist Du unterwegs?

Ich fahre täglich, zeitweise habe ich auch Sonntags-Einsätze. Schliesslich wollen die Kunden auch Montags frisches Gemüse. J

Warum fahren mehr Männer als Frauen?

Sicher wird der Beruf noch immer von Männern dominiert. Meiner Meinung nach ist das unter anderem auf ihre körperliche Belastbarkeit zurückzuführen. Auch die technischen Kenntnisse spielen eine Rolle und sind vorausgesetzt.

Wie sind die allgemeinen Reaktionen, wenn du über deinen Beruf berichtest?

Die sind ganz unterschiedlich. Meine persönliche Erfahrung ist, dass Männer grundsätzlich erstaunt sind, dass ich so ein Gefährt fahren kann. Frauen wundern sich eher darüber, dass ich im LKW wohne und nachts keine Angst habe.

Hast Du eine bevorzugte Route?

Ja, ich freue mich immer besonders, wenn ich in den Süden fahren darf. Gotthard, Tessin, eine wunderschöne Route. Aber die Schweizer Landschaft ist allgemein sehr schön, weshalb für mich jede Route etwas Besonderes ist.

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