Trucker streiken in Portugal

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Seit Montag, dem 12. August – mitten in der Urlaubssaison – stehen in Portugal die Trucks still. Angekündigt wurde der Streik in einem Rundbrief des Bundesverbands für Spedition und Logistik (DSLV). Betroffen sind zwei Gewerkschaften für Berufskraftfahrer: Der unabhängigen Vereinigung gewerblicher Fahrer (SIMM) und der Vertretung für Gefahrgutfahrer (SNMMP). Der Generalstreik galt ab Mitternacht und ist vorerst unbefristet.

Wofür wird gekämpft?

Die Gewerkschaften wollen für einen gerechten Lohn kämpfen. Die Löhne in Portugal gehören zu den niedrigsten in Westeuropa – Berufskraftfahrer leben nicht selten an der Armutsgrenze. Aktuell gefordert ist eine Erhöhung des Grundlohns von 700 auf 900 Euro bis 2022, tagesschau.de berichtete von einer Forderung nach 1200 Euro. Auch bessere Arbeitsbedingungen für die Fahrer gehören zu den Streitthemen, insbesondere die Dauer der Schichten sollen verkürzt werden. Vor dem Streik wurde wochenlang verhandelt – ohne Ergebnis. Am Freitag scheiterte vor dem Verwaltungsgericht in Lissabon eine Klage der Gewerkschaft gegen die Erhöhung der vorgeschriebenen Mindestleistungen. Gewerkschaftsführer hatten angekündigt, notfalls “monatelang” zu streiken.

Bereits im April wurde gestreikt

In Portugal und benachbarten Spanien machten LKW-Streiks zuletzt im April Schlagzeilen. Bei den Protesten kamen zwei Menschen ums Leben – in Granada starb ein Streikposten bei dem Versuch, einen Transporter aufzuhalten, nördlich von Lissabon wurde ein Fahrer von einem LKW überfahren. Zehntausende Lastwagenfahrer beteiligten sich an dem Streik, es kam zu Lieferengpässen im ganzen Land: Besonders die ausbleibenden Kraftstofflieferungen waren in der Bevölkerung spürbar.

Energienotstand ausgerufen

Auch bei diesem Streik sind die Folgen zuerst an den Tankstellen zu spüren. Am stärksten betroffen waren laut portugiesischen Medien die Urlaubsregion Algarve. Die Regierung unter Ministerpräsident António Costa rief den Energienotstand aus. Die Regelung gilt vorerst bis zum 21. August. Die Transportunternehmen wurden verpflichtet, mindestens 50 Prozent des Benzins an Tankstellen zu liefern, Militär, Polizei und Feuerwehr sollen gesondert beliefert werden. Weiterhin dürfen PKW nur noch 25 Liter, LKW nur 100 Liter tanken. Die Weisung kam zu spät – viele Autofahrer hatten bei Ankündigung des Streiks schnell reagiert und auf Vorrat getankt. Nun sind viele Zapfsäulen leer. Anders als beim Streik in April ist diesmal Spanien nicht betroffen. Dadurch ist es vielen Autofahrern möglich, über die Grenze zu fahren, um im Nachbarland zu tanken.

 

Bild: © IADE-Michoko auf Pixabay

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