Toter Winkel: Die wichtigsten Fragen beantwortet

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Ein toter Winkel ist der Bereich, der aus dem Fahrzeug nicht mit Rück- und Seitenspiegeln eingesehen werden kann. Dieser verursacht vor allem Risiken bei Überholmanövern sowie beim Versuch abzubiegen. Gerade LKW-Fahrer geraten regelmäßig in riskante Situationen, da diese kein Rückfenster besitzen und der tote Winkel oftmals größer und gefährlicher als bei einem PKW werden kann. Im Folgenden werden die wichtigsten Fragen dazu beantwortet.

Wo befindet sich der tote Winkel?

Lastwagen haben im Gegensatz zu normalen Autos kein Rückfenster. Somit fällt der Bereich weg, der sonst durch den Rückspiegel eingesehen werden kann. Daher ist die Gefahr für Fahrradfahrer und andere sich nähernde Autos umso größer. Gerade das Rechtsabbiegen ist für LKW-Fahrer ein besonders nervenaufreibender Akt. Da Radfahrer rechts neben den Fahrzeugen fahren, geraten sie vor allem schnell in den toten Winkel. So werden durch die Länge eines Lastwagens besonders die Hinterreifen gefährlich, denn Radfahrer können durch den kürzeren Fahrweg der Hinterreifen schneller unter die Reifen geraten, wenn sie in der Kurve übersehen werden.

Wie kann ein toter Winkel besser eingesehen werden?

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat sich dafür eingesetzt, dass zahlreiche Risiken des toten Winkels bei LKW`s verringert werden. So wurde bereits 1992 in Deutschland die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) geändert und ein zweiter Spiegel für alle LKW über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht vorgesehen. Dieser muss in einem anderen Winkel eingestellt sein, damit ein größeres Sichtfeld abgedeckt wird.

Durch Verordnungen der EU wurden weitere Spiegel wie ein Front- und Rampenspiegel vorgeschrieben. Grundsätzlich ist es laut StVZO wichtig, „dass der Fahrzeugführer nach rückwärts, zur Seite und unmittelbar vor dem Fahrzeug auch beim Mitführen von Anhängern – alle für ihn wesentlichen Verkehrsvorgänge beobachten kann.“ Leider kommt es jährlich immer noch zu ungefähr 135 Unfällen mit Personen.

Gibt es technische Hilfsmittel?

Neben der klassischen Verwendung von Spiegeln gibt es heutzutage modernste Technik, um die Einsicht in den Straßenverkehr für LKW-Fahrer zu erleichtern. So gibt es diverse Fahrassistenten, die mehr Sicherheit während der Fahrt garantieren. Der Spurwechselassistent beispielsweise erkennt drohende Gefahren beim Spurwechsel und warnt vor diesen. Das System ist jeweils rechts und links an den Seitenspiegeln angebracht und überwacht den umliegenden Raum mithilfe von Ultraschall, Radar oder Laser. „Aktive Assistenten“ greifen, wenn nötig, auch selbst in die Lenkung ein.

Auch Kamera-Systeme können eine geeignete Lösung schaffen. Stellen, die häufig schwer durch Spiegel einzusehen sind, werden somit über Bilder an einen Monitor an den Fahrer gesendet.  Zudem kann dadurch auch das Parken erleichtert werden.

Worauf müssen LKW-Fahrer achten?

Vor jedem Fahrtbeginn sollten alle Rück- und Außenspiegel kontrolliert und korrekt eingestellt werden, damit jeder Außenbereich so gut wie möglich einsehbar ist. Auch sollten Fahrer beim Warten oder Anfahren vor allem den rechten Fahrbahnrand auf Fußgänger und Radfahrer beobachten. Kurz vor dem Abbiegen oder Spurenwechsel ist es unumgänglich, vorher in jeden Spiegel zu schauen und den Schulterblick zu verwenden, um den gesamten Außenbereich abzusichern. Nur wenn diese Punkte konsequent eingehalten werden, ist ein sicheres Fahren möglich.

Bild: Fotolia © andrey_iv

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