Zeichnung des Tesla Semi, Fotolia © Alex Kondratenko

Tesla Semi – erster Prototyp ist unterwegs

in Allgemein/Branche/Trucks von

Tesla Inc. galt lange Zeit als der Beweis dafür, dass Elektromobilität und coole Fahrzeuge doch zusammenpassen. Obwohl das 2003 gegründete Unternehmen aus Palo Alto/CA im Silicon Valley bisher nur Verluste gemacht hat, hat es immerhin schon mehrere zehntausend Fahrzeuge ausgeliefert. Im September 2017 stieg Tesla nach Börsenwert zum wertvollsten amerikanischen Autoproduzenten vor General Motors auf. Allerdings stand Tesla in seiner 15jährigen Firmengeschichte auch schon mehrfach vor der Pleite und hat mittlerweile so illustre Großaktionäre wie Toyota, Dibalog oder den saudischen Staatsfonds PIF.

Konzern zwischen Genie und Pleite

Firmenchef Elon Musk gilt mit seinen vollmundigen Ankündigungen Vielen als Visionär, anderen als Aktienschreck. Toyota hat seine Tesla-Aktien mittlerweile reduziert, Daimler hat seine 2014 nach mehreren Kooperationen ganz abgestoßen – was die Schwaben allerdings nicht hinderte, ein Tesla-Modell 2017 heimlich zu testen. Als Tesla im Herbst 2017 keine 20 % der angekündigte 3er-Modelle produzieren konnte, sahen Analysten Tesla endgültig am Ende. Zu unrecht. In vierten Quartal verkaufte Tesla fast 30.000 Fahrzeuge seiner Baureihen S, X und 3. Trotzdem kündigte Musk im Juni 2018 an, die Tesla-Belegschaft um 9 % zu verkleinern. Auf einen Aktieneinbruch um -10 % reagierte Musk mit der Ankündigung, eigene Aktien zurückkaufen zu wollen. Die dafür nötigen Milliarden dürfte Tesla allerdings nicht besitzen. Im August schließlich twitterte Musk über eine mögliche Re-Privatisierung von Tesla, – wofür noch mehr Geld erforderlich wäre.

Tesla Semi: erster elektrische Langstreckentruck

Kurz, das Unternehmen ist so spektakulär wie risikobehaftet. Ob alle Tesla-Pläne Realität werden, ist schwer einzuschätzen. Das für Trucker spannende Tesla-Projekt heißt Semi. Im November 2017 wurde der Elektrotruck präsentiert. Die vier Hinterräder der dreiachsigen Zugmaschine werden einzeln von Elektromotoren angetrieben. Bei einem Gesamtgewicht von 36 Tonnen soll der Semi in 20 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen. Das aerodynamische Cockpit ersetzt Außenspiegel durch Kameras, der Fahrer schaut in der Mitte sitzend auf mehrere Monitore.

Aerodynamik und effizientere Batterien bringen Vorteile gegenüber dem Diesel

Durch einen ebenen Unterboden und bewegliche Seitenklappen am Führerhaus erreicht der Semi einen Luftwiderstandsbeiwert/cw-Wert von spektakulären 0,36. Voll beladen soll der Semi unter 2 kW/h pro Meile (1,6 km) benötigen, was ihm eine Reichweite von 800 km ermöglicht. Nach einer Batterieladezeit von einer halben Stunde sollen wieder 50 % der Reichweite möglich sein. Die Betriebskosten des Semi sollen 20 % niedriger sein, als die eines vergleichbaren Diesel-Trucks. Bei Platooning wäre der Semi laut Musk sogar günstiger als ein Schienentransport. Elon Musk verspricht eine Ausfallgarantie des Semi von 1.600.000 km.

Erster Semi-Prototyp auf US-Highway

Im August 2018 hat die California Highway Patrol einen ersten Semi-Prototyp auf der Straße fotografiert. Ob er die angekündigten Leistungen erbringt, ist bisher noch nicht bestätigt. Wenn die Produktion des Tesla Semi tatsächlich 2019 mit Auslieferungen ab 2020 beginnt, könnte er eine echte CO2-freie Alternative zu Langstrecken-Diesel-Trucks-werden, denn in diesem Segment ist bisher noch kein E-LKW auf dem Markt.

Beitragsbild: Zeichnung des Tesla Semi, Fotolia © Alex Kondratenko

 

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

*