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Bagger statt Baby: Starke Frauen in Männerberufen

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Männerberufe: Denkt ihr bei diesem Wort auch sofort an Baustellen, Bohrmaschinen und Brustbehaarung? Tatsächlich gibt es Branchen, in denen der Männeranteil bei über 80 Prozent liegt – in der Metallindustrie zum Beispiel. Aber langsam tut sich etwas. Der Anteil der Frauen in Männerberufen steigt. Nicht schnell, aber immerhin konstant. Zwischen 2004 und 2015 etwa erhöhte sich der Anteil von Frauen in der Ausbildung zum Berufskraftfahrer um 1,6 Prozent, bei den Fluggerätemechanikern stieg der Frauenanteil sogar um 6,1 Prozent. Ganz schön bemerkenswert, oder? Ich schaue mir mal an, wie es in der Realität aussieht und stelle euch ein paar Frauen vor, die sich in traditionellen Männerberufen durchsetzen.

“Was tust du denn hier auf der Baustelle?”

Frau am Bau
Frauen in klassischen Männerberufen gab es schon immer – das beweist dieses Foto, das aus dem Jahr 1988 stammt!

Denn wer sich dafür entscheidet, einen Beruf zu ergreifen, der nicht ins vermeintliche Rollenbild passt, hat es danach nicht immer leicht: „Ich hasse es, wenn jemand zu mir sagt: Was tust du denn hier auf der Baustelle?”, sagt die 23-jährige Sandra Hasenauer im Interview mit tips.at. Sie fährt Last- und Baggerwagen im Unternehmen ihrer Eltern. „Leider gibt es immer wieder Männer, die es nicht akzeptieren können, dass eine Frau etwas besser kann als sie selbst. Aber man darf sich nicht unterkriegen lassen.” Was für eine tolle Einstellung!

Eine Frau als Landmaschinenmechanikerin?

Auch die 20-jährige Petra Pramberger ist Skepsis gewohnt: Sie macht gerade eine Lehre zur Landmaschinenmechanikerin. Dabei hat sie schon Kunden erlebt, die Frauen in der Branche nicht akzeptieren wollen. „Am Anfang habe ich es mir sehr zu Herzen genommen, wenn Kunden nicht wollten, dass ich für sie arbeite, weil ich eine Frau bin. Doch die Mehrheit ist positiv überrascht und fasziniert, dass mich der Beruf nicht abschreckt”, sagt Petra gegenüber tips.at.

Soldatinnen sind mittlerweile gelebte Realität

Soldatin im Einsatz
Frauen an der Front gibt es zwar nur vereinzelt, aber die Zahl der Soldatinnen steigt stetig. Interessant: Wusstet ihr, dass Israel das einzige Land der Welt ist, in dem auch Frauen Wehrdienst leisten müssen?

Auch im wohl männlichsten Beruf überhaupt arbeiten mittlerweile Zehntausende Frauen: Soldatinnen sind längst gelebte Realität. In Deutschland gibt es aktuell rund 19.400 Frauen innerhalb der Bundeswehr, in der Schweiz müssen Soldatinnen die gleichen Aufnahmekriterien erfüllen wie ihre männlichen Kollegen. Was mich besonders freut: Ende 2015 hat die amerikanische Armee alle Kampftruppen für Frauen geöffnet, sodass nun auch Frauen als Navy Seals oder Fallschirmspringer dienen dürfen. „Wir können uns nicht erlauben, auf 50 Prozent der Möglichkeiten und Talente des Landes zu verzichten“, sagte dazu Ashton Carter, Verteidigungsminister der USA.

Lasst euch nicht unterkriegen!

Das gilt natürlich auch für alle anderen Berufe. In jedem und jeder von uns schlummert ein besonderes Talent, das nur darauf wartet, entdeckt zu werden. Und niemand sollte sich davon abhalten lassen, seinen Traum zu verwirklichen, nur weil er angeblich nicht zum eigenen Geschlecht passt!

Was sind eure Erfahrungen mit dem Thema? Denkt ihr, es gibt wirklich noch klassische Männer- oder Frauenberufe? Oder sind die Zeiten der Geschlechterklischees bereits vorbei? Lasst es mich in den Kommentaren wissen – hier oder auf Facebook!

 

Bildrechte: katrinaelsi unter CC BY-ND 2.0 – Seattle Municipal Archives unter CC BY 2.0 – Minnesota National Guard unter CC BY-ND 2.0

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