Mit einer zentralen Software könnte der gesamte Transport- und Logistikmarkt koordiniert werden, Fotolia ©kamonrat

RIO – Wird die Transport-Cloud zum Windows der Transport- und Logistikbranche?

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LKW-Hersteller arbeiten nicht nur am autonomen Fahren ihrer Trucks – die Volkswagentochter MAN stellt seit Januar 2018 auch eine offene Online-Plattform zum Koordinieren des gesamten Transport- und Logistikmarktes zur Verfügung.
Mit RIO, so der Name des Portals, beginnt der Volkswagenkonzern den Prozess der Digitalisierung nicht nur der LKW-Industrie voranzutreiben, sondern will mit seinem Angebot alle Transportwege miteinander vernetzen.

Die Basisfunktionen von RIO sind kostenfrei

Wer sich registriert, bekommt die sogenannte RIO Box. Diese wird in den jeweiligen Fahrzeugen installiert und liefert Informationen zum Kilometerstand, der Tankfüllung und der Fahreridentifikation. Eine Software analysiert die gesammelten Daten und erstellt Handlungsempfehlungen für den Fuhrparkbetreiber.
Diese Services sind kostenlos und Teil von RIO Essentials, dem Basisangebot der Cloud. Auf einem Monitor kann der Spediteur die einzelnen Daten und die jeweiligen Empfehlungen einsehen.

Die kostenpflichtigen Zusatzfunktionen sind richtungsweisend

  1. Mit RIO Advance werden Entwicklungen der Flotte über einen langen Zeitraum dargestellt. Es dient dem Erkennen bestimmter Trends.
  2. RIO Compliant stellt alle Fahrerdaten online zur Verfügung. Sie können direkt vom Betreiber eingesehen und verwaltet werden und werden automatisch in der Cloud gespeichert.
  3. RIO Maintenance stellt Wartungs- und Zustandsdaten grafisch dar. Dazu gehören u.a. Füllstände, Bremsbeläge und Reifendruck. Die Software ermittelt, wann eine Wartung notwendig ist und schlägt eine Werkstatt vor. Diese kann ebenfalls über die Plattform gebucht werden.
  4. Mit RIO Geo kann über die Anzeige der Restlenkzeit bis zur nächsten Pause und eine entsprechende Prognose zur Ankunft die Einsatzplanung effizient gestaltet werden.
  5. Über RIO Push können Fahrer und Disponenten miteinander kommunizieren.
  6. Mit RIO Order soll das Auftragsmanagement koordinieren werden. Kunden kann damit ermöglicht werden, Touren zu planen und bestimmte Fahrer einzubinden.
  7. Mit der Funktion Synfioo Premium wird die Ankunftszeit einer Ladung unter Berücksichtigung von Faktoren wie dem Wetterbericht, Wartezeiten oder Stauprognosen ermittelt.

Bald sollen weitere Funktionen folgen. Gegenwärtig in der Testphase ist ein Projekt, mit dem auch der Ladungsstatus eingesehen werden kann und das die LKW in Echtzeit begleitet.

Vom Produzent bis zum Kunden – alle Transport-Daten aus einem System

Erstmalig können alle Teilnehmer einer Lieferkette miteinander vernetzt werden. Eingeschlossen sind die Transportwege auf der Straße, den Schienen, der Luft und den Gewässern. Eine transparente Datennutzung innerhalb der Logistik- und Transportbranche ist wegen der unterschiedlichen Software der einzelnen Akteure bislang nicht möglich gewesen.

Bestimmt künftig das Betriebssystem die Logistikbranche?

Damit besetzt RIO eine zentrale Marktlücke, die dem VW-Konzern auch unter der Verwertung der gesammelten Daten eine erhebliche Vorrangstellung innerhalb der Transport- und Logistikbranche bringen kann. Bei erfolgreicher, großflächiger Umsetzung des Konzepts könnte RIO mit seiner Software im Transport eine Position einnehmen, die sich in etwa mit der Stellung von Microsoft innerhalb der Computerindustrie vergleichen ließe. Schon jetzt ist absehbar, dass in der Transportbranche künftig neue Akteure aus dem IT-Bereich eine zentrale Rolle spielen werden.

Bild: Mit einer zentralen Software könnte der gesamte Transport- und Logistikmarkt koordiniert werden, Fotolia ©kamonrat

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