Rettungsgasse: freie Fahrt zum Unfallort

Rettungsgasse für die Schweiz

in Allgemein/Branche/Miles von

Die Rettungsgasse, für Autofahrer in Österreich oder Deutschland eine bewährte Verkehrsvorschrift, ist in der Schweiz offiziell unbekannt. Die Kampagne rettungs-gasse.ch will das ändern. Unter einer Rettungsgasse versteht man auf einer mehrspurigen Straße wie einer Autobahn eine freie Fahrspur in der Fahrbahnmitte, auf der bei einem Stau Rettungsfahrzeuge schnell zum Unfallort oder einer anderen Ursache des Staus gelangen können.

Rettungsgassen sind in einigen europäischen Ländern Vorschrift

In der Praxis gelingt das nicht immer, weil Autofahrer trotzdem die Fahrbahn blockieren, nicht reagieren oder voyeuristische Videos drehen. Dennoch ist die Rettungsgasse in Österreich, Deutschland, Ungarn oder Tschechien gesetzliche Vorschrift, in Spanien und Polen gibt es dafür Initiativen. In der Schweiz gilt bisher nur Art. 27, Abs. 2 des Straßenverkehrsgesetzes: „Den Feuerwehr-, Sanitäts-, Polizei- und Zollfahrzeugen ist beim Wahrnehmen der besonderen Warnsignale die Strasse sofort freizugeben. Fahrzeuge sind nötigenfalls anzuhalten.“ – Kein Wort von Rettungsgasse oder einer sofort gebildeten freien Spur bei einem Stau.

Je schneller die Rettung, desto größer die Überlebenschancen

Mit jeder Minute, die ein Rettungssanitäter eher einen Unfallort erreicht, steigt die Überlebenschance eines Schwerverletzten um 10 %. Bei freier Fahrt können Rettungsfahrzeuge einen Unfallort durchschnittlich vier Minuten schneller erreichen, als wenn Sie sich den Weg freihupen müssen. Doch auch ohne Zahlen liegt es auf der Hand, dass es bei Verkehrsunfällen oft um Leben und Tod geht.

Sanitäter machen im Verein helfen-helfen mobil

Der Erfolg einer Rettungsgasse hängt da von jedem einzelnen Fahrzeug ab. Bei jedem Stau eine Mittelspur freimachen oder lieber den Standstreifen, wie in Tschechien? Auch die Fahrer brauchen eine klare Vorgabe, dachte sich der 20-jährige Sanitäter Pascal Rey aus Basel, und gründete mit weiteren Notfallmedizinern den Verein helfen-helfen.ch. Unterstützt wird der Verein von der Berner Kantonspolizei und dem Automobilverband Astra. Von der schweizerischen Politik wird das Thema Rettungsgasse bisher kaum aufgegriffen.

Kampagne für Rettungsgasse wird von Polizei und Astra unterstützt

Deshalb möchte die Kampagne Rettungsgasse.ch durch Videos und Informationen zunächst die Autofahrer sensibilisieren. Mittlerweile wächst der Kreis der Mitstreiter bei Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und anderen Unternehmen, die die Kampagne finanziell, durch Know-how und Ihren Namen unterstützen. Auch meine Spedition Janina-Martig-Logistics hält die Kampagne für höchst sinnvoll, schließlich kann einen Unfall jeden treffen. Jeder kann sich beteiligen und mit jedem neuen Unterstützer verbreitet sich das Thema Rettungsgasse ein wenig mehr – neben der Politik muss es noch die Mehrheit der Köpfe erreichen.

Bild: Rettungsgasse: freie Fahrt zum Unfallort, Fotolia ©Alex

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

*