Intelligente Transportlösungen sind vernetzt

MAN begreift digitale Herausforderung als Chance

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Die MAN Truck & Bus AG, Teil der LKW-Sparte von VW, bündelt die digitalen Entwicklungen des Unternehmens. ‚Digitalisierung und Transformation‘ heißt der neue Geschäftsbereich, der von dem IT-Manager Christian Kaiser geleitet wird. Der bisherige CDO Markus Lipinski soll den Start der VW-Marke RIO als CEO vorantreiben. Während RIO digitale Dienstleistungen für Nutzfahrzeuge herstellerneutral und markenübergreifend entwickelt, soll der neue Chief Digital Officer von MAN alle Digitalisierungsaktivitäten sämtlicher Unternehmensbereiche in einer schlagkräftigen Geschäftseinheit bündeln.

Digitale Konzentration von allen Unternehmensbereichen

Das Ziel ist klar: Synergien und gemeinsame Standards sollen von der Entwicklung über die Produktion, den Vertrieb, Aftersales bis zur Verwaltung MAN Strukturvorteile bringen, von denen auch die Schwestermarken MAN Latin America und Scania AB profitieren würden. „Die Bündelung unserer digitalen Aktivitäten in einem dafür explizit geschaffenen Bereich wird entscheidend dazu beitragen, den Wandel von MAN Truck & Bus vom Nutzfahrzeughersteller hin zum Anbieter intelligenter Transportlösungen zu beschleunigen“, erklärt Joachim Drees, Vorstandsvorsitzender der MAN Truck & Bus AG und MAN SE.

RIO entwickelt die Software zur logistischen Vernetzung

MAN, Scania und RIO entwickeln eine offene Cloud-basierte Plattform, über die hunderttausende LKW verschiedenster Hersteller vernetzt Infrastrukturdaten austauschen können. Auf diesem Markt für digitale und reale Transportdienstleistungen könnten künftig Logistiker, Kunden, Spediteure, Trailer-Hersteller und viele andere Akteure im Transportgeschäft vernetzt werden.

Informationen werden wichtiger als Trucks

Dies könnte zu einer Optimierung der Kapazitätsauslastungen und Warenströme beitragen, gleichzeitig wäre ein logistisches Informationsmonopol das Ende der internationalen Konkurrenz auf dem Transportmarkt. Nicht, wer die größten Transportkapazitäten besitzt, sondern wer über die logistischen Informationen verfügt, dominiert den Markt. Der nächste logische Schritt dieser ‚intelligenten Transportlösungen‘ sind selbstfahrende Transporter, die über diese zentrale Logistik gesteuert werden.

Konkurrenz zwischen Spediteuren, LKW-Herstellern und IT-Firmen auf dem Logistikmarkt

Neben MAN arbeiten auch Volvo, Mercedes und Renault nicht nur an intelligenter Hardware (LKWs), sondern auch an einer logistischen Software, die künftig entscheidend sein könnte. Hier treten die Speditions- und die LKW-Branche in Konkurrenz zu völlig neuen Akteuren aus dem IT-Bereich wie Google, Uber, Tesla oder Peleton.

Gemeinsame Standards oder Kompatibilität?

Keine Frage, die Digitalisierung wird die LKW-Industrie grundlegend verändern. Die digitale Konzentration bei MAN ist dabei der Versuch, nicht von ähnlichen Aktivitäten der Konkurrenz marginalisiert zu werden sondern selbst Standards zu setzen. Noch ist das Rennen nicht entschieden. Wenn es dabei keinen eindeutigen Sieger geben sollte heißt das künftige Zauberwort der Transportbranche Kompatibilität. Auch auf diesen Plan B bereitet sich VW markenübergreifend mit RIO vor.

Bild: Intelligente Transportlösungen sind vernetzt, Fotolia©alphaspirit

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