Janina Marig im Mercedes-Benz Werk Wörth

Kolosse vom Fließband: Meine Tour durchs Benz-Werk Wörth

in Miles von

Vier Jahre ist es her, seitdem ich bei der Weltpremiere des neuen Mercedes Actros in Brüssel auf der Bühne stand. Eine lange Zeit, wie ich finde, und Grund genug einen Ausflug in das Daimler Werk bei Wörth zu machen, um die Produktion der LKWs mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Prämiere des Actros 2011

Eine ganze Stadt der LKWs

Früh morgens fuhr ich aus Basel los um pünktlich zur Werksführung in Wörth am Rhein zu sein. Dort angekommen wurde die ganze Truppe erst einmal herzlich begrüsst und mit dem ausgestattet, was wir für den Eintritt in Benz-City brauchten: Eine Warnweste, Schutzbrillen und Kopfhörer, damit wir unseren Tour-Guide in den grossen Hallen auch gut verstehen.

In einem Bus fuhren wir an Kindergärten, einem Krankenhaus und anderen Verwaltungsgebäuden zu den Fertigungshallen. Circa 11.200 Mitarbeiter arbeiten heute in dem Werk, das 1963 mit nur 100 Arbeitern inmitten der Rheinauen eröffnet wurde.

An der ersten Produktionshalle angekommen, erfuhren wir, wie hier die Modelle Actros, Atego, Antos, Econic, Unimog und Zetros von der ersten Schraube bis zum strassenfertigen Fahrzeug zusammen gesetzt werden. Und zwar in Individual-Arbeit – jeder LKW wird individuell gefertigt und sieht einzigartig aus. Im Computer sind alle Daten zu den jeweiligen Fahrzeugen abgespeichert, so dass die Mitarbeiter und Roboter jedes Mal ein anders LKW-Modell zusammenbauen. Und zwar genau so, wie es sich der Kunde gewünscht hat. Alle drei Minuten rollt so ein komplett fertiger LKW vom Fliessband – das macht in Wörth bis zu 470 Kundenwunsch-LKWs pro Tag.

Mercedes-Benz Werk Wörth
Hier sieht man das, was „Verlobung“ heisst: das Montieren des Motors in der Aufbaumontage

Kolosse vom Fliessband

In den Hallen ist es abwechselnd brüllend laut und dann wieder total leise, je nachdem wo wir uns gerade befinden. Ganz am Anfang der Produktionslinie müssen zum Beispiel die Karosserieteile gepresst werden, was sich ungefähr so anhört, als würde eine riesen Armee Herr der Ringe-Orks um die Ecke wüten.

Lange bleiben wir dort aber nicht, sondern wandeln wir mit unserem Guide zwischen Menschen und Maschinen umher. Roboterarme, die Schrauben befestigen oder Karosserie-Teile halten, bewegen sich über unsere Köpfe hinweg, während der Tour-Guide die verschiedenen Schritte erklärt. So heisst es zum Beispiel wirklich „Verlobung“, wenn der Motor in der Aufbaumontage eingebaut wird.

In Stichproben werden auch Kontrollen durchgeführt, um die Qualität der Montage zu prüfen. Und die Lackierung der LKWs nimmt man ebenso mit Spiegeln und grossen Scheinwerfern unter die Lupe. Ein Mitarbeiter begutachtet gerade mit kritischem Blick eine silbergrau lackierte Kabine. Ob sie seinen Anforderungen wohl stand hält? Das erfahren wir leider nicht mehr, denn schon geht es weiter.

Jubiläum: Nach vier Jahren rollt der 100.000ste Actros vom Band

Langsam nehmen die einzelne Karosserie-Teile Form an. Zum Schluss steht eine Sattelzugmaschine vor uns, die ungefähr zwischen 100.000 und 120.000 Franken/ Euro kosten wird. Was mich aber noch besonders gefreut hat: Wir erfuhren auf der Führung auch noch, dass bald der 100.000ste neue Actros demnächst von hier aus an seinen Kunden ausgeliefert wird.

Auch Markus Studer, der vom Chefarzt zum LKW-Fahrer umschulte, hat mir seine Leidenschaft für Werksbesuche gestanden. Das tolle Interview mit ihm findet ihr hier. Welches Werk würdet Ihr denn gerne mal besuchen? Schreibt mir gerne einen Kommentar.

 

 

(c) Bilder: Benz Werk Wörth und Daimler Blog

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