Reifenprofile: welches ist umweltschonend und effizient? Fotolia ©tolgasez33

EU-Reifenlabel: Was bedeuten die Buchstaben A bis G?

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Trucker wissen natürlich, dass der Rollwiderstand ihrer Reifen den Spritverbrauch beeinflusst, dass sich verschiedene Reifen in Ihrer Nasshaftung und ihrer Geräuschentwicklung unterscheiden. Seit November 2012 werden Reifen sogar nach dem EU-Reifenlabel mir A bis G gekennzeichnet. A ist die beste Reifenqualität, D und G sind nicht belegt, aber was bedeuten diese Buchstaben wirklich?

Nasshaftung entscheidet über den Bremsweg

Auf nasser Fahrbahn bei Tempo 80 km/h liegt der Bremswegunterschied bei 3-6 m pro Reifenklasse. Das bedeutet, bei einer Vollbremsung ist der Bremsweg mit F-Reifen mindestens 18 m oder ein- bis zwei Fahrzeuglängen länger, als mit A-Reifen. Natürlich spielen beim Bremsweg noch andere Faktoren wie Reifen- und Bremszustand oder Schubgewicht eine Rolle. Doch die können den Bremsweg nur verlängern, nicht verkürzen. Es ist also ratsam, stets mit intakten Reifen der Kategorie A zu fahren.

Rollwiderstand beeinflusst den Spritverbrauch

Je mehr Reifengummi die Straße berührt, desto größer ist der Rollwiderstand. Mit dem Rollwiderstand wächst der erforderliche Energieaufwand, um die Räder zu bewegen. Der Rollwiderstand lässt sich durch den Reifendruck und das Reifenprofil beeinflussen. Allerdings sollte niemand beliebig mit dem Reifendruck spielen, schließlich ist auch ausreichend Grip für eine sichere Fahrt erforderlich. Deshalb experimentieren die Reifenhersteller viel mit Gummimischungen, Stahleinlagen, Reifenstärke und dem Reifenprofil.

Mit dem Dieselverbrauch steigen auch die Emissionen

Stets geht es darum, den besten Kompromiss zwischen erforderlichem Grip und möglichst geringer Auflagefläche zu erreichen. Beim EU-Reifenlabel, das beim Rollwiderstand die Kategorie D nicht belegt, bedeutet jede Buchstabenklasse einen Treibstoff-Mehrverbrauch von 1 bis 1,5 Litern. Zwischen den energieeffizienten A-Reifen und den F-Reifen liegt also ein Mehrverbrauch von etwa 6,6 l/1.000 km. Klingt nach nicht viel, doch Trucker sind Vielfahrer und mit dem Dieselverbrauch steigt auch der CO2-Ausstoß. Mit dem X Multi Energy hat Michelin gerade einen LKW-Reifen vorgestellt, der bis zu 1,2 Liter auf 100 km sparen soll.

Weniger Fahrgeräusche durch schmalere Reifen

Mit dem Rollwiderstand gehen auch Fahrgeräusche einher, denn der Gummi schleift auf dem Asphalt. Je breiter die Reifen, desto höher die Geräuschemission. Dies beeinträchtigt nicht nur den Fahrkomfort des Brummi-Fahrers, sondern die Fahrgeräusche belasten auch die Umwelt. Bei PKWs liegt der Reifen-Geräuschpegel zwischen 67 und 71 Dezibel/dB. Für LKWs bewertet das EU-Reifenlabel die externen Rollgeräusche in drei Klassen, wobei drei angezeigte Schallwellen eine Überschreitung des seit 2016 gültigen Grenzwertes symbolisieren. Eine Steigerung des Geräuschpegels um 10 dB entspricht einer Verdoppelung des Lärmvolumens.

EU-Reifenlabel soll Umwelt- und Kostenbewusstsein stärken

Sinn des EU-Reifenlabels soll es sein, bei den Verbrauchen das Bewusstsein für Kosteneffizienz, Umweltverträglichkeit und Sicherheit bei Nässe zu schärfen. Allerdings gibt das Label keine Auskunft über Lebensdauer, Fahrstabilität, Bremseigenschaften oder Aquaplaning-Eigenschaften der Reifen. Bei der Konzeption des Reifenlabels hatte die EU zudem vorwiegend PKW-Fahrer im Blick.

Trucker haben nur begrenzt Einfluss auf ihre Reifen

Für Trucker ergibt sich bei der Reifenauswahl meist die Schwierigkeit, dass das Unternehmen, nicht sie selbst über die zweckmäßigsten Reifen entscheidet. Dabei gewinnt häufig das Kostenargument. Auch auf den Profilzustand haben Brummifahrer nur begrenzt Einfluss, solange er sich noch im zulässigen Bereich bewegt. Hinzu kommen unterschiedliche Bereifungszustände durch Zwillingsreifen, variable Achsen und Auflieger. Trotzdem haben Trucker über Reifen, Fahrweise und Ladung natürlich Einfluss auf die Umweltfreundlichkeit und Kosteneffizienz des Transports. Je mehr Fahrerinnen und Fahrer darauf achten, desto besser für die Bilanz.

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