Bild: E-Mobilität für die Kurzstrecke, Fotolia ©bluedesign

E-Trucks auch von Renault und Volvo

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Jetzt wird’s elektrisch! Nicht nur Mercedes, Tesla oder Cummins basteln seit vielen Jahren an elektrisch angetriebenen LKWs, auch die Konkurrenten Renault und Volvo stehen vor der Serienproduktion. Und wie es scheint, könnten sie schneller nennenswerte Stückzahlen von E-Fahrzeugen auf Europas Straßen bringen, als die PKW-Industrie.

Elektro-LKWs könnten schneller kommen als E-PKWs

Das ist kein Zufall, denn die Logistikbranche ist gut organisiert und bestens mit der Politik vernetzt. LKWs werden in großem Stil geordert, die Auslastung ist über weite Strecken kalkulierbar, das Nachladeproblem ist an zentralen Hubs lösbar und es locken neue Marktanteile, wenn leise Brummis emissionsfrei keine Nachtfahrverbote mehr einhalten müssen. Zum anderen ist die Nutzfahrzeug-Branche überschaubar: wer jetzt den Trend zur E-Mobilität verpasst, ist vielleicht bald nicht mehr im Geschäft.

Reichweiten über 200 km derzeit kaum möglich

Dabei sind zentrale Probleme der E-Mobilität nach wie vor ungelöst. Für lange Strecken und schwere Lasten genügen die Lithium-Ionen-Batterien der Trucks bisher noch nicht. Die Industrie setzt darauf, dass die Stückkosten der Batterien mit zunehmender E-Mobilität weiter sinken. Schwerere Lkw könnten dann mit mehr Batterien weitere Strecken fahren. Doch auch hier gibt es eine Grenzkostenrechnung, die diese Technik beschränkt. Andere Antriebe wie Brennstoffzellen wurden bei LKW bisher kaum erprobt. Denn solange Verbrennungsmotoren zugelassen bleiben, werden sie niemals konkurrenzfähig.

Verhältnis von Straße zu Schiene muss neu definiert werden

Intelligente Transportsysteme‘, die beispielsweise auf Fahrzeugketten fahrerloser E-LKWs mit Oberleitung setzen, müssen sich fragen lassen, warum sie die Eisenbahn neu erfinden wollen. Kurz, in der Langstrecke muss das Verhältnis von Straße und Schiene mittelfristig neu definiert werden, denn E-Trucks können diesen Dienst nicht leisten.
Im lokalen Verteilerverkehr der letzten Meile allerdings könnten E-Trucks sehr erfolgreich sein: leise und emissionsfrei ist eine Reichweite von etwa 200 km vielerorts ausreichend für eine Tagestour von Lieferanten oder Handwerkern.

Renault D-16 Elektro ab 2019 in Serie

Renault begann mit der Entwicklung von E-Trucks 2009. Mittlerweile hat Renault fast 10 Jahre Erfahrung mit E-LKW von 12 bis 16 Tonnen unter realen Einsatzbedingungen bei Carrefour, Guerlain, Nestlé sowie der Delanchy-Gruppe gesammelt. Auf Basis der Verteiler-Baureihe D werden die Trucks im RVI-Werk von Blainville-sur-Orne in der Normandie gefertigt. Ab 2019 sollen die 16-Tonner Renault D 16 Elektro mit einer Reichweite von 200 km in Serie gehen.

Volvo E-Trucks auf FE-Basis

Ebenfalls 2019 möchte Volvo mit dem Verkauf von reinen E-LKWs beginnen. Bisher haben die Schweden schon Hybrid-Transporter in ihrem Sortiment. Die Technik dürfte auf den bereits lieferbaren Elektrobussen von Volvo basieren. Als Basisfahrzeuge werden wohl die Trucks der Verteilerbaureihe FE genutzt. Ausgewählte Kunden erhalten erste Testfahrzeuge noch in diesem Jahr.

Weitere E-Trucks in USA in Entwicklung

Weitere E-Trucks werden vom US-Nutzfahrzeughersteller Navistar aus Illinois entwickelt. In Kooperation mit VW Truck & Bus soll der erste mittelschwere LKW Klasse 6 oder 7 für Kurzstrecken Anfang 2020 auf die Straße kommen.
Ein weiterer Mitbewerber im Konkurrenzkampf um künftige E-Trucks ist das kalifornische Start-up Thor Trucks. Der ET-One soll 2019 in Produktion gehen und eine Reichweite von 480 km haben.
In Salt Lake City/UT entwickelt ein weiteres Start-up, Nikola, zusammen mit Bosch die beiden E-LKWs One und Two. Nikola setzt dabei nicht auf Akkus, sondern auf Wasserstoff. Entsprechend soll eine Tankfüllung für eine Reichweite von 1.900 km sorgen. Die beiden E-Motoren liefern bis zu 1.000 PS. Nikola möchte seine ersten Trucks 2021 auf die Straße bringen.

Bild: E-Mobilität für die Kurzstrecke, Fotolia ©bluedesign

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