Beitragsbild: Der Truckeralltag kostet Kraft, Fotolia © bernardbodo

Chronischer Truckermangel wird zum Problem

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LKW-Fahrerinnen und -fahrer haben es nicht leicht. Sie werden oft schlecht bezahlt, sind oft tagelang von ihren Familien getrennt und haben extrem lange Arbeitszeiten. Auch ihr Ruf ist nicht immer schmeichelhaft – so wird eine ganze Branche für Unfälle verantwortlich gemacht, die einzelne schwarze Schafe verursachen.

Neue Lebensmodelle und demografischer Wandel

Für junge, gut ausgebildete Männer und Frauen ist eine Karriere auf dem Bock häufig keine Alternative. Sie wollen geregelte Arbeitszeiten, Freunde und Familie – die Work-Life-Balance steht im Vordergrund. Dass aber in den nächsten Jahren rund ein Drittel der derzeitigen Trucker in Rente geht, sorgt für Panik bei den Speditionen und ihren Kunden. Vor allem, da Unternehmen wachsen und mehr statt weniger Fahrer benötigen, muss zu neuen Mitteln gegriffen werden.

Quereinsteiger sind willkommen

Trucker befördern Waren durch ganz Europa. Oft arbeiten sie als Fernfahrer, die wochenweise unterwegs sind. Mal Skandinavien, dann die Benelux-Länder und Frankreich, dann muss eine Fracht nach Italien oder durch Spanien gefahren werden. Da diese Touren wenig familienfreundlich anmuten, ist der Beruf des Kraftfahrers für viele uninteressant. Für Quereinsteiger allerdings, die bereit sind, eine Umschulung oder Ausbildung zu absolvieren, ist der Job optimal.

Wirtschaft muss handeln

Schon jetzt sind die Jobanzeigen für Trucker voller „Benefits“: ein eigener LKW, keine Wochenendarbeit, pünktliche Entlohnung. Dennoch muss viel mehr getan werden. Die Löhne müssen angehoben, die Arbeitsbedingungen verbessert werden. So fehlen beispielsweise Parkplätze und Haltemöglichkeiten für die Fahrer, die aber gezwungen sind, feste Pausenzeiten einzuhalten. Wenn sie diese auf dem Standstreifen absolvieren, kann das zu hohen Strafen führen – ein verheerender Missstand, der auch Quereinsteigern Angst macht. Denn für die Strafen kommt die Spedition oft nicht auf.

Probleme bestehen schon heute

Immer häufiger kommt es zu Verspätungen oder Ausfällen von Lieferfrachten. Was im Kleinen noch keine Katastrophe bedeutet, gilt längst als Wachstumshemmnis der Gesamtwirtschaft. Daher stellen Fachverbände vermehrt Forderungen an Behörden und Unternehmen.

Ansätze zur Besserung

So wollen sie beispielsweise, dass die schriftlichen Fragen bei der Prüfung zum LWK-Fahrer in leichter verständlichem Deutsch gehalten werden, damit auch Nicht-Muttersprachler sie verstehen – so bietet der Beruf doch für viele Migranten und Geflüchtete eine langfristige Perspektive. Außerdem sollte die Ausbildung umstrukturiert werden und nicht drei, sondern zwei Jahre dauern. So könnten junge Trucker bei Bedarf dann in ihrem Berufsleben gewissen Qualifikationen hinzuerwerben, indem sie Weiterbildungen absolvierten. Auch höhere Löhne und die Forderung nach Spesen sind im Gespräch.

Beitragsbild: Der Truckeralltag kostet Kraft, Fotolia © bernardbodo

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