by Janina Martig

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Power-Porträts

Autofahrerin des Jahrhunderts gelingt als erster Frau die Durchquerung der Vereinigten Staaten

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Die US-amerikanische Automobilistin Alice Ramsey war die erste, die im Sommer 1909 von der Ost- an die Westküste fuhr. Bereits ein Jahr zuvor erwarb sie zusammen mit ihrem Ehemann ein Maxwell-Automobil. Um es fahren zu dürfen, nahm Alice Ramsey Fahrstunden beim Autohändler des Ortes. Schnell entwickelte die damals Anfang 20-Jährige eine große Leidenschaft fürs Autofahren.

Begnadete Autofahrerin gewinnt Langstreckenrennen

Nach nur wenigen Monaten begann Alice Ramsey damit, an Autorennen teilzunehmen. Auch auf schwierigem Gelände hatte die passionierte Autofahrerin keine Probleme, so dass sie viele Rennen für sich entscheiden konnte. Außerdem wurde die junge Frau zur Vorsitzenden des New Yorker Women’s Motoring Clubs und der Frauenabteilung des Maxwell-Briscoe Motor Clubs.

Von der Westküste zur Ostküste – Werbung für autofahrende Frauen

Nachdem Frauen bei der Durchquerung der USA im Automobil bis dato nur Beifahrerinnen gewesen waren, bekam Alice Ramsey nur 6 Jahre nach der ersten Fahrt quer durch die Vereinigten Staaten die Chance, diese ebenfalls anzutreten. Mit einem extra für sie gefertigten Wagen machte sich Alice Ramsey mit drei Begleiterinnen auf zur historischen Fahrt.

Nach dem Start in New York passierten die vier Damen die Städte Albany, Buffalo, Toledo, Chicago, Sioux City, Cheyenne, Salt Lake City, Reno, Sacramento und endeten in San Francisco. In jedem ihrer Zwischenhalte wurden Alice Ramsey und ihre Mitfahrerinnen jubelnd gefeiert. Im Großen und Ganzen verlief ihre Fahrt problemlos, obwohl sie teilweise mit Umweltbedingungen wie schlechten Straßenverhältnissen durch Dauerregen und Problemen mit dem Auto wie einem Achsenbruch zu kämpfen hatten.

Ehrung für emanzipierte Autofahrerin

Mit drei Wochen Verspätung erreichte Alice Ramsey den Zielort San Francisco. Der Grund waren häufige Reparaturen an ihrem Maxwell – elfmal mussten die Reifen gewechselt werden, was übrigens Ramsey persönlich erledigte. Insgesamt musste sie 18 Tage Fahrpause einlegen.

Ihre fahrerische Leistung wurde vom Veranstalter Maxwell Briscoe dazu genutzt, ihren Wagen als Fahrzeug für Frauen zu promoten, dem weder steile Berge, noch Matsch oder tiefer Sand etwas anhaben könnten. 1960 erhielt die damals 72-Jährige von der American Automobile Association die Auszeichnung als Autofahrerin des Jahrhunderts – weitere Ehrungen folgten.

Foto: Werbefoto von 1909

Elise Deroche: Die erste Frau der Welt, die sich ins Cockpit traute

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Mädchen träumt vom Fliegen

Die 1886 in Paris geborene Elise Deroche bekam als bekannte Schauspielerin die Gelegenheit dazu, den Flugpionier Charles Voisin kennenzulernen. Dieser bot ihr an, in einem seiner Flugzeuge das Fliegen zu erlenen. Bei den von Voisin gefertigten Maschinen handelte es sich um Einsitzer, in der dementsprechend nur eine Person Platz finden konnte.

Im Einsitzer zum ersten Alleinflug einer Frau

Charles Voisin hielt sein Versprechen und begrüßte Elise Deroche, die sich in ihrer öffentlichen Rolle als Schauspielerin „Baronin Raymonde de Laroche“ nannte, 1909 zu ihrer ersten Flugstunde. Nachdem seine Schülerin am Steuer des Einsitzers Platz genommen hatte, leitete Voisin sie dazu an, ein Gefühl für die Maschine zu entwickeln. Dabei stand er auf der Landebahn und gab ihr Anweisungen. Obwohl er es ihr ausdrücklich verboten hatte, mit dem Flugzeug abzuheben, tat Elise Deroche genau das: Der Einsitzer erhob sich gut dreihundert Meter in die Höhe und flog etwa fünf Meter weit. Damit absolvierte sie vor Fluglehrer und Zuschauern den allerersten Alleinflug einer Frau.

Die erste Frau der Welt mit Pilotenschein

Obwohl sich seine Schülerin bereits in der ersten Flugstunde seinen Anweisungen widersetzt hatte, bildete Charles Voisin Elise Deroche als Pilotin aus. Als erste Frau der Welt bestand sie die Pilotenprüfung nur ein Jahr, nachdem sie ihre Ausbildung begonnen hatte. Im selben Jahr wirkte sie bereits an ihrer ersten Flugshow in der Flugwoche von Heliopolis mit – als einzige Frau. Weitere Teilnahmen folgten. Bei der Großen Flugwoche der Champagne zog sich die Pionierin schwere Kopfverletzungen, einen Armbruch und zwei gebrochene Beine zu.

Trotz schlimmer Verletzungen flog sie weiter

Schon zwei Jahre nach dem schlimmen Unfall nahm Elise Deroche wieder an Wettkämpfen teil. Obwohl sie auch bei einem Autounfall fast verunglückte, gewann sie bereits ein Jahr danach den Frauenpokal des Aéro-Club de France sowie die „Coupe Femina“. Außerdem konnte sie den Frauenweltrekord im Dauerflug auf 323 Kilometer sowie den Höhenweltrekord der Frauen auf 4800 Meter verbessern.

Statue erinnert an Pionierin

In der Funktion als Copilotin für den Testflug eines Prototyps, den sie gemeinsam mit einem männlichen Piloten absolvierte, stürzte Elise Deroche am 18. Juli 1919 ab. Beide Flugzeuginsassen starben am Unfallort. In Erinnerung an eine ganz besondere Frau ehrt der Flughafen Le Bourget die unvergessene Pionierin mit einer Statue.

Foto: Fotolia © detailblick-foto

Kerstin Felser: Die erste Frau im Luftschiff der Superlative

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Keine Angst vor großen Kisten: A380, Fotolia ©robertdering

Sie ist die weltweit erste Pilotin des größten Passagierflugzeugs der Welt: Kerstin Felser. Die 1976 geborene Pfälzerin fliegt den Airbus A380 seit gut zehn Jahren. Die Begeisterung für den doppelstöckigen Luftgiganten hat sie aber noch lange nicht verloren. Nicht nur, dass sich die Maschine von der Größe eines sechsgeschossigen Hauses „agil und sportlich“ fliegt – auch die hoch modernen technischen Einrichtungen im Cockpit, die es ermöglichen mit nur wenigen Klicks ein Gewitter zu umfliegen, bringen die Pilotin im Interview mit dem Abendblatt zum Schwärmen. So etwas hätte sie sich zu Beginn ihrer Karriere – vor zwanzig Jahren in einer einmotorigen Cessna – nie träumen lassen.

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Louise Sarazin-Levassor – die Mutter des französischen Automobils

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Louise Sarazin-Levassor, ©Daimler AG

Louise Cayrol wird am 20. April 1839 im südwestfranzösischen Foix am Fuße der Pyrenäen geboren. Sie heiratet den Pariser Anwalt Auguste Édouard Sarazin und bekommt 1880 ihren Sohn Auguste Henri Sarazin-(Levassor). Édouard kennt den Erfinder Gottlieb Daimler von einer früheren Tätigkeit für den deutschen Maschinenbauer Deutz. Sarazin begreift die Bedeutung des Tüftlers aus Cannstadt mit dem schnelllaufenden Benzinmotor und sichert sich per Handschlag die Verwertungsrechte aller künftigen Erfindungen Daimlers für Frankreich.

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Camille du Gast: Rennfahrerin, Sängerin und Kämpferin für Frauenrechte

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Bild: Fallschirmspringen aus dem Heißluftballon, Fotolia©Stillkost

Marie Marthe Camille Desinge du Gast, kurz: Camille du Gast war eine schillernde und eigenwillige Dame im Paris der Belle Epoque. Geboren 1868 in Paris, galt sie bereits unter ihren beiden Geschwistern als jungenhaft. Durch ihre Heirat von Jules Crespin 1890, dem Geschäftsführer und Hauptaktionär des großen Kaufhauses Dufayel, wurde Camille du Gast zur wohlhabenden Geschäftsfrau und Mutter einer Tochter. Im Alter von 27 Jahren beerbte Sie ihren verblichenen Gatten und konnte sich sodann ganz ihren unkonventionellen Interessen widmen.

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Frauen, die etwas bewegen

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Fahrerinnen-Team von Janina Martig Logistics

Frauen sind nicht nur in Führungsetagen auf dem Vormarsch. Bei dem 2013 gegründeten Schweizer Transportunternehmen Janina Martig Logistics werden alle Trucks ausschließlich von Frauen gelenkt. Zufall oder Absicht, das kann nur Chefin, Businessfrau und bekanntes Model, Janina Martig beantworten: „Mir kam die Idee beim Schreiben des Businessplans vor fünf Jahren. Zweifel gab es natürlich schon, denn gibt es wirklich genügend weibliche Bewerberinnen? Heute bin ich stolz auf unser Frauenteam und das, was wir erreicht haben.“

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