by Janina Martig

Category archive

Branche

Gefahrgut unbeschadet transportieren – diese Vorschriften müssen beachtet werden

in Branche von

Um dazu befugt zu sein, Gefahrgut zu transportieren, benötigen LKW-Fahrer eine spezielle Lizenz. Der sogenannte ADR-Schein kann nur durch den Besuch spezieller Kurse und Seminare erworben werden, die in der Regel mehrere Tage dauern und erst durch eine bestandene Prüfung erfolgreich beendet sind. Da es sich bei Gefahrgütern um Stoffe handelt, die eine Bedrohung für Umwelt, Mensch und Tier darstellen, ist eine solche Schulung mehr als notwendig. Auch die Auffrischung des Kurses nach fünf Jahren darf nicht in Vergessenheit geraten.

Sicherer Transport hilft dabei Strafen zu vermeiden

Die Speditionen und ihre Fahrer selbst sind für die Einhaltung der ADR (Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße) verantwortlich. Die gesamte Beförderungskette vom Be- und Entladen, dem Abfüllen, Kennzeichnen und Verpacken der Güter muss einwandfrei gewährleistet sein. Unterlaufen den Verantwortlichen Fehler, werden diese mit hohen Bußgeldern geahndet.

Die häufigsten Fehler, die geahndet werden:

1. Mit der ADR-Schulung hört die Information für Mitarbeiter auf

Der Umgang mit Gefahrgut muss trainiert werden. Bei den vielen Vorschriften werden wichtige Regeln wie Rücksicht auf die vorgeschriebene Verladetemperaturen oder das strikte Rauchverbot in der Nähe von explosiven Stoffen schnell vergessen. Auch, dass einige Stoffe nicht zusammen innerhalb einer Ladung transportiert werden können, ist stets zu bedenken. Um dem gerecht zu werden, müssen die Verantwortlichen eine genaue Route planen und einhalten.

2. Mangelnde Informationen zum Gefahrgut

Kennzeichnet ein Unternehmen Gefahrgüter nicht ausreichend, können bei einem Unfall nicht schnell genug die nötigen Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden. Daher ist es essenziell, dass spezielle Markierungen am LKW sowie am Behältnis selbst angebracht werden. Dazu gehören ein rautenförmiger Gefahrenzettel, der die Nummer der Gefahrgutklasse sowie das entsprechende Gefahrgutsymbol mitteilt. Komplettiert wird die Information durch eine orangefarbene Gefahrentafel, die unter anderem darüber Auskunft gibt, ob mit Wasser gelöscht werden darf, falls es zu einem Brand kommt. Beim Anbringen der Beschilderung ist unbedingt darauf zu achten, dass diese gut sichtbar ist und nicht verdeckt wird.

3. Spezielle „Erste-Hilfe-Ausrüstung“ für Gefahrgut fehlt

Neben den üblicherweise vorgeschriebenen Bestandteilen, die eine ordnungsgemäße Erste-Hilfe-Ausrüstung enthalten muss, gibt es weitere, die bei Gefahrguttransporten mitgeführt werden müssen. Das Warndreieck, der Erste-Hilfe-Kasten und die Warnweste werden also unter anderem durch den ABC-Feuerlöscher mit Pulver ergänzt. Werden gefährliche Flüssigkeiten befördert, müssen außerdem Kanalabdeckungen, Auffangbehälter, Schaufel und Besen vorhanden sein. Nicht zu vergessen ist für die Fahrer zudem ein spezielles Merkblatt, das genaue Auskunft darüber gibt, wie bei einem Unfall vorgegangen werden muss.

Foto: Fotolia © industrieblick

Lkw-Maut: Gewichts- und Achsklassen richtig einstellen

in Branche von
Toll Collect Maut

Wir haben bereits im Dezember letzten Jahres über die Einführung der neuen Mauttarife zum 01.01.2019 berichtet. Dabei tritt immer wieder die Frage auf, was denn die LKW Maut pro Kilometer kostet.

Toll Collect hat hier eine gute Übersicht erstellt: Der Mauttarif setzt sich zusammen aus dem Anteil für die Infrastrukturkosten (Gewichtsklasse), dem Anteil für die Luftverschmutzung (Schadstoffklasse) und dem Anteil für die Lärmbelastung. Es ist ganz wichtig darauf zu achten, dass die Gewichtsklasse vor jeder Fahrt korrekt eingestellt wird.

Insbesondere bei Fahrzeugen, die mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 18 Tonnen registriert sind, ist seit Januar 2019 erhöhte Aufmerksamkeit geboten. Auf ihrer On-Board Unit (OBU) sind 18 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht gespeichert. Fährt der Lkw dann aber mit einem Hängeroder Auflieger, muss die Gewichtseinstellung auf der OBU angepasst werden. Angezeigt wird dann „>18 t“. Anschließend ist noch die Zahl der Achsen auf der OBU anzugeben; auswählen kann man„bis 3“ sowie„4 und mehr Achsen“.

Besseres Image soll Truckerberuf attraktiver machen

in Branche von
Fröhlicher Trucker

Obwohl der LKW-Fahrer einen der wichtigsten Berufe ausführt, um Wachstum und Wohlstand in unserer Gesellschaft zu erhalten und voranzutreiben, bleiben viele Stellen in Speditionen unbesetzt. Da außerdem bereits etablierte, langjährige Fahrer in Rente gehen, steigt die fehlende Zahl an LKW-Fahrern Jahr für Jahr weiter an. Der Fachkräftemangel ist auch in dieser Branche deutlich zu spüren.

Warum sind LKW-Fahrer so wichtig?

Sie sorgen dafür, dass Produktions- und Handelsgüter pünktlich an Kunden ausgeliefert werden. Mittlerweile gibt es längst Handels- und Industrieunternehmen, die aufgrund des anhaltenden Truckermangels ihre Liefertermine nicht einhalten können.

So kann es vorkommen, dass ganze Produktionen stoppen müssen, weil bestimmte Zulieferteile fehlen. Dass die Regale im Supermarkt leer bleiben, weil Lebensmittel nicht abgeholt werden können. Verstärkt wird der Truckermangel auch durch die anhaltend gute Wirtschaftslage, die einen erhöhten Bedarf an LKW-Fahrern mit sich bringt.

Warum ist der Job so unbeliebt?

Nicht nur das negative Image macht LKW-Fahrern zu schaffen. Besonders die flächendeckend vorherrschenden Arbeitsbedingungen lassen den Beruf nicht sonderlich attraktiv wirken. Der ständige Zeitdruck, die vielen Überstunden, die erzwungenen Pausen und die mangelhaften Rastmöglichkeiten sowie teure Bußgelder, die nicht selten von den Fahrern bezahlt werden müssen, sorgen dafür, dass sich viele nicht vorstellen können, einer solche Arbeit langfristig nachzugehen. Auch die Bezahlung ist kein Anreiz.

Abhilfe zu schaffen könnte die Branche reformieren – zum Positiven

Vor allem für Berufseinsteiger und Menschen, die über einen Jobwechsel oder eine Weiterbildung nach längerer Arbeitslosigkeit nachdenken, soll der Beruf des LKW-Fahrers wieder interessant werden. Allerdings legen besonders junge Menschen großen Wert auf einen sicheren Arbeitsplatz und eine ausgeglichene Work-Life-Balance – mit dem momentanen Beruf der LKW-Fahrers schwer zu vereinbaren.

Neue Modelle mit festen Arbeitszeiten, attraktiver Vergütung und gut ausgestatteten Fahrzeugen sollen hier Abhilfe schaffen. Fahrern und Fahrerinnen könnte zunehmend generiert werden können, dass sie nur im Nahverkehr unterwegs sind, überdurchschnittliche Bezahlung und eine zusätzliche Betriebsrente erhalten.

Doch auch die Politik ist gefordert, um die Handhabung und Sozialvorschriften zu überdenken, nach denen sich LKW-Fahrer derzeit richten müssen. So sind sie derzeit verpflichtet zu fahren, wenn sie müde sind und Pausen zu machen, wenn sie wach sind. Das sind Zustände, die Fahrer und Fahrerinnen auf lange Sicht krank machen und dringend ausgemerzt gehören. Bisher gehen nur wenige Speditionen wie die Janina Martig Logistics GmbH mit gutem Beispiel voran. Doch weitere Unternehmen werden folgen müssen, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Foto: Fotolia © Tomasz Zajda

Mit diesen Tipps kommen LKW-Fahrer sicher durch den Winter

in Branche von
LKW im Winter

Das Fahren eines LKW im Winter ist keine leichte Aufgabe. Die frühe Dunkelheit strengt an, die sich schnell ändernden Straßenverhältnisse ebenso. Und so kommt schnell einiges zusammen, was den Job des LKW-Fahrers erschwert: Nieselregen, überfrierende Nässe, Tage, an denen es nicht richtig hell wird, Schnee und Eis. Das stärkt nicht gerade die Konzentration, obwohl sie in dieser Zeit der wichtigste Begleiter ist.

Das Dach muss frei sein

Bevor es losgeht, sollte weder Schnee noch Eis auf dem Dach liegen. Werden diese Ablagerungen nicht vor dem Losfahren entfernt, können sie zu tödlichen Geschossen werden. Wer es einrichten kann, sollte daher auf einem überdachten Parkplatz die Nacht verbringen. Denn Schnee, Regen, scharfer Wind und der Temperaturwechsel über Nacht begünstigen festgefrorenen Schnee oder Eis auf dem Brummidach. Auch speziell konzipierte Airbags dienen dazu, dass sich dort erst gar nichts ablagern kann. Fahrern, die das Dach händisch von Schnee und Eis befreien, sind Enteisungsgerüste eine große Hilfe.

Wichtig: Es ist eine Ordnungswidrigkeit, wenn Schneereste oder Eisstücke während der Fahrt vom LKW-Dach fallen.

Die richtigen Reifen sorgen für ausreichend Grip

Ist der gesamte LKW mit sogenannten M+S-Reifen ausgerüstet, verkürzt sich sein Bremsweg enorm. In der Regel bereifen aber nur bestimmte Speditionen ihre Gefährte komplett mit M+S-Reifen – solche, die viel in Gegenden unterwegs sind, die für extreme Witterungsverhältnisse bekannt sind. LKW, die in moderaten Breiten fahren, wird nur die Antriebsache mit diesen Reifen ausgestattet. Hier sollte auch der Gesetzgeber über eine Änderung der Vorschriften nachdenken.

Die Beleuchtung sollte einwandfrei funktionieren

Außerdem muss geprüft werden, ob alle Lichter funktionieren, denn für eine sichere Fahrt ist es nicht nur wichtig, seine Umgebung zu sehen, sondern auch rechtzeitig gesehen zu werden.

Der Luftdruck muss stimmen

Bei zu wenig oder zu viel Druck in den Reifen verkleinert sich die Aufstandsfläche. Das bedeutet, dass die Außenkanten der Reifen nicht richtig greifen können. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass sich das überlastete Profil rasch mit Matsch und Schnee zusetzt. Dies verschlechtert die Traktion und sorgt für einen wesentlich längeren Bremsweg.

Maximale Last auf der Antriebsache

Das Traktionsverhalten eines LKW wird entscheidend durch die Last der Fracht bestimmt. So verursachen leere Zugfahrzeuge besonders im Winter Probleme – vor allem an Steigungen und auf glatter Straße. Um also eine sichere Fahrt zu generieren, sollte die Antriebsachse der Zugmaschine stets maximal belastet werden, auch wenn der LKW nur teilbeladen ist.

Foto: pixabay © imagesbykim

Platooning-Entwicklung: Daimler gibt auf

in Branche von
Platooning, Foto: Fotolia © chesky

Daimler setzte jahrelang große Hoffnungen in die Entwicklung der Zukunftstechnologie Platooing. Aber jetzt gibt der Konzern überraschend auf. Was ist passiert?

Tonnenschwere Lkw donnern über die Autobahn. In einem Korso folgen sie einander in dichtem Abstand, gesteuert wie von Geisterhand. Denn im Cockpit hält kein Mensch das Lenkrad in der Hand, sondern ein leistungsfähiger Rechner. Die einzelnen Trucks kommunizieren selbständig miteinander. Diese Zukunftsvision nennt sich Platooning. Doch bis die Idee wirklich in die Realität umgesetzt werden kann, dürfte noch viel Zeit vergehen. Das sieht zumindest der Daimler-Konzern so – und vollzieht eine strategische Kehrtwende. Das gab Daimler-Manager Martin Daum am Rande der Elektronikmesse CES im Januar bekannt.

Enttäuschte Hoffnungen

Bislang galt das Platooning-Konzept als die Zukunft des Nutzfahrzeugmarkts. Digitale Assistenzsysteme sollten es ermöglichen, dass Lkw-Fahrer und ihre Trucks zusammenfinden. Gemeinsam sollten sie weite Strecken in einer automatisch überwachten Kolonne fahren. Das Platooning sollte die Fahrer entlasten. Aber auch die Kosten senken. Im Geschäftsbericht von Daimler für 2017 klang es noch sehr nach Hoffnung: „Das Kundeninteresse an digital gekoppelten Lkw für den Straßengüterverkehr wächst.“ Daum sah damals erhebliche Optimierungspotenziale für die Speditionsbranche.

Doch inzwischen ist die Euphorie verflogen bei den Schwaben. Denn all den durch digital gekoppelte Kolonnen erreichbaren Vorteilen stehen erhebliche Schwierigkeiten bei der Entwicklung gegenüber. Aus dieser Erkenntnis zieht der Stuttgarter Konzern Konsequenzen: Die laufenden Platooning-Projekte in den Vereinigten Staaten, Japan und Europa wird er zwar noch beenden. Dabei werde es aber keine neuen Tests geben. Und das Ziel ist es auch nicht mehr, die Technik Serienreif zu machen. Für Brancheninsider ist damit klar, dass das das vorläufige Ende bedeutet.

Platooning: Fahren im Luftschatten

Die Idee hinter Platooning ist eigentlich simpel. Wenn Fahrzeuge mit geringem Abstand hinter einander fahren, befindet sich ein Wagen jeweils im „Luftschatten“ des anderen. Wegen des geringeren Luftwiderstandes verbrauchen sie insgesamt weniger Kraftstoff. Im kommerziellen Straßenverkehr könnte das Geld sparen. Außerdem würde beim Platooning ein Fahrer gleich mehrere Fahrzeuge führen, was Personalkosten sparen könnte. Die Fahrerinnen oder Fahrer in den angeschlossenen Lkw könnten die Auszeit zur Entspannung nutzen. So würde insgesamt Zeit eingespart.

Die Technologie baut auf Assistenzsystemen auf, die es bereits gibt. Zum Beispiel Abstandswarner, Tempomat oder Spurassistent. Die werden allerdings miteinander verbunden und um neue Tools ergänzt. So sollte das Platooning als nächster Schritt zum vollautomatisierten Fahren dienen. Doch die Umsetzung funktionierte bislang eben nur in der Theorie.

Verbrauch mit Platooning höher

Das Problem ist vor allem die Koordination. In der Praxis müssen die elektronisch gekoppelten Fahrzeuge immer wieder zum Standardabstand zurückfinden. Zum Beispiel, wenn das Führungsfahrzeug ausschert. Hier liegt das Problem. Denn jedes Mal, wenn das Lkw-Gespann getrennt wird, muss beschleunigt werden, um wieder zur Gruppe aufzuschließen. Außerdem kann sich ein anderer Truck zwischen die Konvoi-Lkw drängen. Dann muss er überholt werden. Im echten Fahrbetrieb passiert das sehr häufig. Unter dem Strich ist der Kraftstoffverbrauch deshalb bislang sogar höher als bei herkömmlichen Lkw. So ergibt die Technologie natürlich nur wenig Sinn.

Trotz des Rückschlags beim Thema Platooning setzt Daimler-Trucks aber insgesamt weiterhin auf Vernetzung und Automatisierung. Rund 500 Millionen Euro wird der Konzern in den kommenden zehn Jahren in die Entwicklung automatisierter Lkw investieren und dabei etwa 200 neue Arbeitsplätze für hochqualifizierte Fachleute schaffen. Allerdings werden diese neuen Trucks dann voraussichtlich allein fahren, nicht im Konvoi.

Foto: Fotolia © chesky

EU beschließt Sozialstandards für LKW-Fahrer

in Branche von

Die EU-Verkehrsminister haben sich auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen von LKW-Fahrern geeinigt: In ganz Europa sollen gleiche Voraussetzungen gelten. Für die Trucker bedeutet das, dass sie für gleiche Arbeit den selben Lohn erhalten. Ein Meilenstein für die ganze Branche, der dem vorherrschenden Lohndumping den Riegel vorschieben soll.

Auch Schlafbedingungen sollen verbessert werden

Es kommen noch weitere Änderungen auf die LW-Fahrer hinzu. So sollen sie künftig ihre Ruhezeiten nicht länger in den Führerhäusern verbringen, auch Übernachtungen sollen nicht mehr im Truck stattfinden. Speditionen und Auftraggeber sollen so verpflichtet werden, ihren Fahrern eine Unterkunft zu finanzieren. Auf diese Weise haben die Trucker neben einem richtigen Bett auch die Möglichkeit der permanenten Nutzung von sanitären Anlagen wie Toilette und Dusche.

Einigung mit Europaparlament steht noch aus

Die Änderungen können allerdings erst in Kraft treten, wenn eine Einigung mit dem Europaparlament gefunden wird. Die gut zwei Millionen Kraftfahrer aus Europa würden von wesentlich besseren Arbeits- und auch Lebensbedingungen profitieren. Es besteht laut Österreichs Verkehrsminister Hofer mit diesen Maßnahmen auch die Möglichkeit, dass sich das Problem der überfüllten Autobahnparkplätzen verringern würde.

Sozialdumping und unlauterer Wettbewerb sollen ausgemerzt werden

Das Transportgewerbe leidet seit langem unter Lohndumping und unredlichen Arbeitsbedingungen. Besonders die westeuropäischen Staaten Frankreich, Österreich, Belgien, Dänemark, Italien, Luxemburg, Norwegen, Schweden und Deutschland beklagen Missstände. Daher haben sich diese Länder bereits unabhängig von den Beschlüssen in Brüssel zusammengeschlossen, um dem entgegenzuwirken. Die von der EU vereinbarten optimierten Sozialstandards werden deren Ziele enorm vorantreiben, sobald sie umgesetzt sind.

Foto: pixabay © Capri23auto

Lkw-Maut: Was sich ab 1. Januar ändert

in Branche von
Toll Collect

Ab 1. Januar 2019 wird der deutsche Gesetzgeber neue Tarife für die Lkw-Maut einführen.  Die Fahrerinnen und Fahrer müssen dann die Gewichtsklassen manuell in die On-Board-Unit (OBU) eintragen.

Sobald zum Beispiel ein Anhänger angekuppelt wird, ändert sich das zulässige Gesamtgewicht. In diesem Fall muss der Fahrer aktiv werden. Bei Fahrzeugen und -kombinationen über 18 Tonnen ist zusätzlich die Anzahl der Achsen anzugeben. Die neuen Mitwirkungspflichten gelten ab dem Stichtag. Einzige Ausnahme: Wenn das zulässige Gesamtgewicht dem dauerhaft in der Maut-OBU gespeicherten Wert entspricht muss nichts verändert werden.

Die Firma Toll Collect, die das Lkw-Mautsystem im Auftrag des deutschen Verkehrsministeriums betreibt, hat die Technologie bereits im Laufe des Jahres weiterentwickelt und damit die Voraussetzungen geschaffen. Bereits seit dem 1. Juni sind die Gewichtsklassen auf den Fahrzeuggeräten sichtbar. Die Eingabe war bislang jedoch freiwillig.  Ab Anfang Januar ist sie nun Pflicht. Wenn die Gewichtsklasse nicht eingestellt wird, hat das eine Ahndung und Nacherhebung der Maut-Beträge zur Folge.

Was muss bei der Deklaration beachtet werden?

Ab 1. Januar 2019 wird das zulässige Gesamtgewicht bei Fahrzeugkombinationen aus der Summe der zulässigen Gesamtgewichte der Einzelfahrzeuge gebildet – abweichend von der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO). Stütz- und Aufliegelasten müssen dabei nicht berücksichtigt werden.

Das Gesamtgewicht wird ab 7,5 Tonnen in Auswahlschritten von 1,5 Tonnen deklariert. Dabei kann jedoch keine Gewichtsklasse eingestellt werden, die kleiner ist als das auf dem Fahrzeuggerät gespeicherte Gewicht. Sind Fahrzeuge oder Fahrzeugkombinationen leichter als 7,5 Tonnen sind sie nicht mautpflichtig. In ihrer OBU erscheint die Anzeige < 7,5 Tonnen.

Betriebsanzeige in Deutschland

Nach Fahrtantritt zeigt das Display dauerhaft den ausgewählten Gewichtsbereich an.

  • ≥ 7,5 Tonnen – 11,99 Tonnen
  • ≥ 12 Tonnen – ≤18 Tonnen
  • > 18 Tonnen

Hier vier Beispiele:

  • Fahrzeug drei Achsen: mautfrei <7,5 Tonnen
  • Fahrzeug fünf Achsen: Gewicht 9 Tonnen
  • Fahrzeug fünf Achsen: Gewicht 16,5 Tonnen
  • Fahrzeug fünf Achsen: Gewicht >18 Tonnen

Betriebsanzeige auf Strecken in Österreich

Bedeutung der Displayanzeige in Österreich – mit aktiviertem Dienst AT (TOLL2GO):

  • Aktuell eingestellte Achszahl
  • Dienstgebiet
  • deklarierter Bereich: mautfrei
  • deklarierter Bereich: Gewichtsklasse I
  • deklarierter Bereich: Gewichtsklasse II
  • deklarierter Bereich: Gewichtsklasse III

Foto: Pixabay

JML X-MAS Express: gefüllt mit Gaben und bereit zur Abfahrt

in Allgemein/Branche/Presse von
JML X-MAS Express, Foto: Fotolia / Konstantin Yuganov

Am vergangenen Sonntag wurde der JML X-MAS Express mit Geschenken für bedürftige Kinder gefüllt. Damit geht auch für die Organisatorinnen und Organisatoren ein Traum in Erfüllung. Bereits seit acht Monaten haben wir auf diesen Tag hingearbeitet.

Es gab viel zu tun auf dem Gelände des Logistikpartners Hegelmann in Karlsdorf-Neuthard. Ab 10 Uhr bereits konnten die Helfer im weihnachtlichen Ambiente die Geschenke für unseren JML X-MAS Express, verpacken und sortieren. Diese Geschenke werden dann ab 3. Dezember in verschiedenen Städten Deutschlands verteilt. Am Sonntag füllten mehrere Dutzend Helfer Jutesäcke mit den verschiedensten Gaben: Legosteine, Teddybären, Hörspiel-CDs. Nicht zuletzt Puppen für die Kleinsten und Selfie-Sticks für die Älteren. Diese weihnachtlichen Säcke werden an 13 Einrichtungen verteilt.

Ein starker Partner: die Til Schweiger Foundation

Ganz besonders viel Unterstützung erhielt die Aktion von der Til Schweiger Foundation. Die Stiftung lieferte wertvolle Impulse und teilte uns mit, in welchen Einrichtungen sich die Bewohner besonders freuen würden und welche Spielzeuge und Gaben am passendsten wären. Es wurde auf Alter, Geschlecht,  sowie die geistigen und motorischen Fähigkeiten geachtet, um sicherzustellen, dass das passende Geschenk beim Empfänger landet und dann richtig Spaß macht. Als Partner haben uns neben der Stiftung die Firmen Vtech, Schleich GmbH, Herpa, Schmitz Cargo Bull, Knorr-Bremse, Lego und viele weitere unterstützt.

Besonders stolz und dankbar sind wir allerdings, weil so viele Privatleute an der Aktion “Fill The Truck” am Sonntag teilgenommen haben. JML und das Aktions-Team sagen ausdrücklich Danke für dieses ehrenamtliche Engagement. Wir freuen uns über die vielen  offenen Herzen und Gemüter, die uns geholfen haben. Für alle Helfer gab es leckere Weihnachts-Spezialitäten aus der Schweiz. Und auch der Glühwein durfte natürlich nicht fehlen.

Aber wie sieht eigentlich der Truck aus?

Jetzt sind wir alle sehr gespannt auf die Enthüllung des Trucks. Der JML X-Mas Express wird sich bald der Öffentlichkeit präsentieren. Für den 1. Dezember um 12 Uhr laden wir Sie herzlich zum Fototermin ein. Es wird auch Interviewmöglichkeiten mit Janina Martig geben. Zum großen Original-Truck wird es eine Miniatur-Version zum Spielen und Sammeln geben

Ab 3. Dezember rollt der JML X-Mas Express dann für fünf Tage durch Deutschland und wird die Kinder beschenken. Folgt uns auf unseren zahlreichen Social Media Kanälen, die unserer Partner und in der Presse, um auf dem Laufenden zu bleiben. Und wenn Sie die Möglichkeit haben, sollten das Ereignis vom Ort besuchen. Hier finden Sie alle Tourtermine.

Und hier noch einige Eindrücke:

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

„FILL THE TRUCK“ – Mission 1 erfüllt ✅ Nun sind alle Jutesäcke mit tausenden #geschenken gefüllt und bereit zur Verteilung 🚛🎁. Die JML #christmas #truck #tour 2018 startet am 03. #dezember Ein grosses #danke an alle #sponsoren ,#partner und #helfer 🙏😘. Ihr seid #großartig ❗️ Trefft uns vor #ort 🌍 #frankfurt, #nordkirchen , #duisburg , #herten , #dortmund , #sprockhövel , #osnabrück , #bielefeld , #berlin , #braunschweig , #hamburg @Til Schweiger Foundation #tilschweigerfoundation @michelin #michelin #herpa Miniaturmodelle @hegelmann.deutschland #hegelmann #Knorr-Bremse #Schmidt-Spiele @schmitz_trailer #Schmitz Cargobull AG @loadfox GmbH

Ein Beitrag geteilt von Janina Martig (@janinamartig) am

Foto: Fotolia / Konstantin Yuganov

Erste Flüssiggas-Tankstelle für Lkw in Deutschland eröffnet

in Branche von
Flüssiggas - bald auf der Autobahn, Foto: pixabay.com

In dem verschlafenen Dorf Freienbrink südlich von Berlin wird womöglich gerade Transport-Geschichte geschrieben. Denn dort können Lkw neuerdings Flüssiggas tanken. Anfang November hat die Firma Liqvis ihre erste festinstallierte Tankstelle für Liquefied Natural Gas (LNG) eröffnet. Freienbrink liegt an der Autobahn A10. Die Tankstelle ist nur etwa einen Kilometer von der Autobahnauffahrt entfernt, für Lkw also sehr gut erreichbar. Doch der Einsatz von Flüssiggas-Motoren ist umstritten.

Was ist Flüssiggas?

Wenn man Erdgas extrem abkühlt, dann wird es flüssig. Als Flüssiggas nimmt es nur noch ein Sechstel seines ursprünglichen Volumens ein. In einem speziellen Terminal im Hafen wird das Gas verflüssigt, indem man es in mehreren Schritten herunterkühlt. Mit Tankerschiffen wird das LNG dann zu einem anderen Terminal transportiert, wo es wieder erwärmt und in den gasförmigen Zustand umgewandelt wird. So kommt das Gas beispielsweise auf dem Schiff aus den Vereinigten Staaten oder Afrika nach Europa. Der Clou dabei: Der Transport erfolgt unabhängig von Pipelines.

LNG-Terminals könnten subventioniert werden

Peter Beyer ist der Transatlantik-Koordinator der deutschen Bundesregierung. Der CDU-Bundestagsabgeordnete rechnet fest damit, dass Deutschland in Zukunft mehr LNG aus den USA importieren wird. „Es könnte einen Sinn machen an der Stelle, den Bau von Terminals zu fördern, wenn sich dies wirtschaftlich rechnet”, sagte Beyer Anfang November im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Momentan sei das Flüssiggas aber immer noch teurer als zum Beispiel Pipeline-Gas aus Russland.

Die Liqvis GmbH ist eine Tochter des Energieriesen Uniper. Zuvor hatte Liqvis in Freienbrink bereits eine mobile Tankstelle für LNG betrieben. Der Neubau der ersten stationären Tankstelle wurde von der Europäischen Union mit Fördermitteln unterstützt. Der Betreiber wird für den Aufbau seines Tankstellen-Netzes insgesamt über 9,6 Millionen Euro an Förderungen erhalten.

Wer tankt Flüssiggas?

Momentan spielt Flüssiggas als Treibstoff im Fernverkehr noch eine untergeordnete Rolle. Doch das könnte sich mittelfristig ändern. Der schwedische Lkw-Hersteller Volvo Trucks beispielsweise setzt mit seinem neuen Modell FH LNG bereits auf diesen alternativen Antrieb. Gleichzeitig möchte der Konzern aber auch weiterhin Dieselfahrzeuge entwickeln und verkaufen, sagte der regionale Verkaufsleiter Peter Prijak anlässlich der Fachmesse IAA Nutzfahrzeuge im September 2018 gegenüber der Zeitschrift kfz-Betrieb.

Volvos Flüssiggas-Lkw mit seinen 460 PS und 1000 Kilometern Reichweite steht Prijak zufolge einem Diesel-Lkw in nichts nach. Und der neue Antrieb sei sogar umweltfreundlicher. Die CO2-Bilanz verbessere sich gegenüber einem Diesel um 20 Prozent bei normalem Gas – und sogar um 100 Prozent bei Biogas, so Prijak.

„Kein Nutzen für das Kilma“

Umweltverbände sehen das anders. Eine Ende Oktober veröffentlichte Studie im Auftrag von Transport & Environment geht sogar von größeren Umweltbelastungen durch Flüssiggas aus. T & E ist ein europäischer Dachverband von Umwelt-NGOs, die sich für nachhaltigen Verkehr engagieren. Dazu gehören unter anderem der Verkehrsclub der Schweiz und Österreichs sowie der deutsche Naturschutzbund.

Sowohl in Pkws als auch in Trucks würden die Gas-Motoren ebenso viel Emissionen produzieren wie moderne Diesel-Motoren. Da das Flüssiggas aber zuerst über sehr weite Strecken per Schiff transportiert werden müsse, entstünden insgesamt sogar größere Belastungen durch die Nutzung solcher Motoren, heißt es in der Studie.

„Gasautos, Lastwagen und Schiffe haben keinen Nutzen für das Klima und lenken von unserem eigentlichen Ziel ab, dem emissionsfreien Transport“, sagte Jori Sihvonen, der Beauftragter für saubere Kraftstoffe des Umweltverbandes aus Anlass der Veröffentlichung der Studie. „Regierungen sollten sich der Offensive der Gaslobby widersetzen und aufhören, wertvolle öffentliche Gelder für die Gasinfrastruktur und Steuererleichterungen für fossiles Gas zu verschwenden.”

Flüssiggas bleibt umstritten

Flüssiggas aus den USA ist außerdem umstritten, weil es meist durch „Fracking“ produziert wird. Dieser Methode werfen Kritiker vor, sie sei mit zu großen Umweltrisiken und Belastungen für die Gesundheit verbunden. Die Befürworter des Flüssiggases weisen hingegen darauf hin, dass die Versorgung durch Pipelines aus Russland für Europa eine große Abhängigkeit vom russischen Gas bedeute. Die LNG-Enthusiasten glauben, dass sie den Güterverkehr revolutionieren werden. Ob das wirklich möglich oder überhaupt wünschenswert ist, können nur weitere wissenschaftliche Untersuchungen in diesem Bereich klären.

Foto: pixabay.com

Warum die deutsche Dekra in China Lkw testet

in Branche/Trucks von
Trucks in China, Foto: Fotolia © BUSARA

In China boomt das Geschäft mit hochmodernen Lkw. Bei der Vernetzung und Automatisierung der Fahrzeuge helfen nun auch Experten aus Deutschland.

Die Zukunft der Transportlogistik liegt in automatisierten und vernetzten Trucks. Das weiß auch die Bezirksregierung von Tianning in der chinesischen Provinz Jiangsu. Deshalb plant sie eine hochmoderne Testanlage für Nutzfahrzeuge. Damit will der Stadtbezirk zum Vorreiter im Bereich vernetzter Trucks werden. Mit an Bord bei dem ehrgeizigen Projekt sind das Intelligent Driving and Intelligent Transportation Industrial Research Institute am chinesischen National ITS Center – und die deutsche Prüfgesellschaft Dekra. Eine Absichtserklärung wurde im Oktober in Düsseldorf unterzeichnet.

Eine Testanlage für neuartige Assistenzsysteme

Die 1925 gegründete Prüfgesellschaft Dekra befasst sich in Deutschland vorrangig mit der periodischen Überwachung von Kraftfahrzeugen, etwa der Haupt- und Abgasuntersuchung sowie Gutachten und Zertifizierungen. Die Dekra unterhält jedoch auch zahlreiche Labors in der VR China, unter anderem in Shanghai und Hefei. Dort betreibt das deutsche Traditionsunternehmen Grundlagenforschung zu Themenfeldern wie Digitalisierung und „Internet of Things“. Ohne Letzteres ist die Vernetzung von Fahrzeugen nicht denkbar.

Die Bezirksregierung von Tianning wird die notwendigen Grundstücke für den Bau der Anlage zur Verfügung stellen. Das chinesische Forschungsintitut wird als Koordinator und Verbindung zu den Regierungsbehörden agieren. Die Dekra-Experten werden auf dem neuen Testgelände in Tianning  unter anderem Assistenzsysteme für Lkw testen wie zum Beispiel Notbrems-Assistenten.  Aber auch innovative Systeme, die darüber hinausgehen. Dazu gehören zum Beispiel Abbiege-Assistenten, die kleinere Verkehrsteilnehmer wie beispielsweise Radfahrer schützen können.

Die Lkw-Branche boomt in China

Im vergangenen Jahr wurden in der Volksrepublik 40 Prozent mehr Trucks verkauft als im Vorjahr. Die wichtigsten chinesischen Anbieter zurzeit sind Dongfeng, FAW und Sinotruk. Nur der Marktführer Daimler  verkaufte weltweit mehr Nutzfahrzeuge als seine drei größten Konkurrenten aus dem Reich der Mitte. Tianning gehört zu den wirtschaftlich am stärksten wachsenden Bezirken der fünft größten chinesischen Provinz Jiangsu. Bereits seit 2008 ist der Lkw-Bauer MAN mit einem Werk vor Ort präsent.

Die Dekra erhofft sich von der Kooperation mit den chinesischen Partnern Erkenntnisse, die auch in Europa einen Nutzen bringen. Denn China treibt die Digitalisierung voran wie weltweit kein anderes Land. Auch im Bereich der Elektromobilität hat die Volksrepublik längst die Weltspitze erreicht. Nirgends werden mehr Elektro-Pkw verkauft. Einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger zufolge wurden in der ersten Jahreshälfte 2018 insgesamt 390.000 von allen 700.000 weltweit verkauften E-Autos in China abgesetzt. Demnach können sich 65 Prozent aller befragten Chinesen vorstellen, in naher Zukunft ein elektrisch angetriebenes Auto zu kaufen. In Deutschland zeigt nur jeder vierte Konsument ein solches Interesse an der neuen Technologie.

Ohne China geht auf dem Lkw-Markt nichts mehr

Die Modernisierung zeigt sich auch zunehmend auf dem chinesischen Markt für Nutzfahrzeuge. Und auch hier sind europäische Partner mit von der Partie. Der europäische Lkw-Bauer Volvo ist bereits 2013 ein Joint-Venture mit Dongfeng eingegangen. Unterdessen arbeitet MAN mit Sinotruk zusammen. Und Iveco ist mit SAIC verbandelt. Die Europäer profitieren vom Zugang zum gigantischen chinesischen Markt. Und ihre chinesischen Partner erwerben wichtiges Know-how. In den letzten Jahren hat sich die Qualität und Leistungsfähigkeit der chinesischen Fahrzeuge und Fahrzeugteile deutlich erhöht. Das zeigte sich zuletzt auch auf der Messe IAA Nutzfahrzeuge in Hannover. Dort waren die Chinesen die mit Abstand größte Ausstellergruppe.

Foto: Fotolia © BUSARA

Go to Top