Amerikas bedeutendste Pharmakologin und Biochemikerin

in Power-Porträts von

„Ich wollte alles lernen, alles, was ich sah. Was ich in der Schule lernte, stellte mich nie zufrieden.“ Gertrude Belle Elion wurde am 23. Januar 1918 in New York City als Kind von Einwanderern geboren. Mit 15 Jahren muss sie miterleben wie ihr geliebter Großvater an Magenkrebs stirbt. Sie beschließt schon im jungen Alter, eine erfolgreiche Wissenschaftlerin zu werden, um ein Mittel gegen Krebs zu finden.

„Niemand nahm mich ernst“

So studiert Elion am Hunter College und schreibt sich als einzige Frau in ihrem Semester an der New York University (NYU) für Chemie ein. 1941 erhielt sie ihren Abschluss als Master of Science. Bereits zu dieser Zeit wird sie von zahlreichen Vorurteilen konfrontiert: „Niemand nahm mich ernst. Alle fragten, warum ich Chemikerin sein wollte, wenn doch sonst keine Frau das wollte. Die Welt wartete nicht auf mich.“

Im gleichen Jahr stirbt ihre große Liebe kurz vor der Hochzeit an einer Herzmuskelentzündung. Für Elion brach eine Welt zusammen. Ihr Wunsch wächst, lebensrettende Medikamente zu entwickeln.

Nur männliche Forscher erwünscht

Ihr Traum von einer akademischen Karriere nach dem Masterabschluss scheitert jedoch aufgrund der Arroganz männlicher Professoren. Da sie wegen ihres Geschlechts keine Stelle als Forscherin erhält, arbeitet sie zunächst als High-School-Lehrerin für Physik und Chemie. Ein Jahr später verdiente sie dann ihren Lebensunterhalt als Lebensmittelchemikerin bei der „Quaker Maid Co.“ in Brooklyn.

Nach dem Eintritt des 2.Weltkrieges in den USA 1944 ändern sich jedoch ihre beruflichen Chancen. In Folge des einhergehenden Männermangels öffnen sich für Frauen die Türen für Berufe in Männerdomänen. So erhält Elion ihren langersehnten biochemischen Forschungsplatz als Assistentin von George Hitchings in dem Pharmaunternehmen „Burroughs Wellcome“, bei dem sie die nächsten 39 Jahre arbeiten wird.

Bahnbrechende Erfolge

Während ihrer Zeit dort schafft sie sowohl allein als auch gemeinsam mit Hitchings beachtliche wissenschaftliche Erfolge. Unter Anderem finden sie heraus, wie Tumore durch gezielte Eingriffe im Zellhaushalt zerstört werden. Das Forscherteam entwickelt daraus unzählige pharmakologische Wirkstoffe, so auch das erste Immunsuppressivum, welches das Weiterleben nach Organtransplantationen ermöglicht sowie Mittel gegen Gicht und Herpes.

Auch entwickeln sie sogenannte Antimetaboliten, die vom Körper in die Erbsubstanz kranker Zellen eingebaut werden und diese schließlich zum Absterben bringen. Das darauf basierende und bahnbrechende Medikament Mercatopurin macht zu diesem Zeitpunkt erste Behandlungen von Leukämie möglich und senkt die Sterblichkeitsrate bei Kindern um 80 Prozent.

Mit ihren jahrelangen Teamkollegen Hitchings und James W. Black erhält Elion 1988 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie. Schließlich stirbt sie am 21. Februar 1999 genau so wie sie gelebt hatte – aktiv bis zum letzten Tag. Bei einem täglichen Spaziergang bricht sie zusammen und stirbt im Alter von 81 Jahren im North Carolina Hospital.

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