American Trucker Promotion

Amercian Trucker Tuning Deluxe: Echte Peterbilts für Europas Straßen

in Allgemein/Trucks von

Marco Barkanowitz ist heute genau das, was er sich schon als Kind gewünscht hat. Er importiert US-Trucks, motzt sie auf und vermietete oder verkauft sie europaweit weiter. Der gebürtige Dortmunder erzählt mir, wie er sich seinen Traum erfüllt hat und wie er als LKW-Verrückter heute arbeitet.

Marco, hast du deine Bestimmung gefunden?

MB: Ja definitiv. Ich habe schon als sechsjähriger in mein Schulheft US-Trucks gemalt. Das Heft habe ich tatsächlich heute immer noch. Auch in den Ferien bin ich immer beim Nachbarn auf Ferntour mitgefahren. Damals stand für mich also schon fest, dass ich mal so einen großen Truck fahren werde und davon habe ich mich auch nicht abbringen lassen. Meine Schulkameraden haben immer über meine Träumereien geschmunzelt. Tja, heute sehen sie unter anderem auf Facebook, dass ich tatsächlich meinen Kindheitstraum lebe.

Ich wollte schon als Kind einen US-Truck fahren.

 

Wie kam es zur Unternehmensgründung von American Truck Promotion?

Das muss so ungefähr im Jahr 2001 gewesen sein, als ich meine Firma endlich gegründet habe. Ich bin früher ja noch Truck Trail Meisterschaften gefahren und sogar dreimal deutscher Meister gewesen. Ein Sponsor meinte dann damals zu mir, ich sollte mir doch mal so einen US-Truck zu Showzwecken rüber holen und das habe ich dann auch gemacht.

American Truck Tuning
Hier transportiert der gebürtige Dortmunder zwei Rallye Trucks zum nächsten Einsatzort.

Wie lief dein erster Import konkret ab?

Ich habe mir damals drei Truck-Händler rausgesucht, mit denen ich mir so eine Kooperation vorstellen konnte. Allerdings hab ich es nur zum ersten Händler nach Montreal in Kanada geschafft (lacht). Bei dem hat einfach alles auf Anhieb gepasst. Das bedeutet, ich bin noch ein, zweimal rüber geflogen und habe mir die Peterbilt Trucks genau angeschaut. Heute geht alles mit Internet viel besser. Ich kann meinem kanadischen Geschäftspartner voll vertrauen und weiß, dass er mir astreine Qualität liefert. Den Rest checke ich dann vor einem Kauf anhand von Bildern und natürlich der Fahrzeugdaten. Und wenn die US-Trucks dann nach Europa rüber geschifft wurden, hole ich sie ab und passe sie den Kundenwünschen an. Dafür haben wir in Cottbus extra eine 2.200 m große Halle, wo wir die Trucks hauptsächlich optisch customizen und natürlich auch zeigen können.

Was sind die häufigsten Tuningwünsche?

Meistens möchten die Kunden, egal ob es Privatkunden oder große Konzerne sind, eine andere Farbe haben. Das heißt, wir passen die Außenlackierung an und entwickeln das gesamte Design. Von Airbrush-Details, Unterbodenbeleuchtung, über die Seitenmarkierungsleuchten bis hin zu der Innenausstattung ist da alles dabei. Für die Auspuffanlage gilt die amerikanische Weisheit „the bigger, the better“. Chrome ist natürlich der Hingucker schlechthin, sowohl vorne als auch hinten. Bei der Innenausstattung ist noch ein Holzboden ein richtiges Highlight. Und bei den orangenen Leuchten, also den LEDs gilt: je mehr, desto besser.

Truck Tuning
So sieht es aus, wenn Marco Barkanowitz an einen US-Truck Hand angelegt hat.

Gab es besonders skurrile Aufträge?

Klar, die haben wir bei American Truck Promotion immer wieder. Erst neulich sollte ich für ein Hotelier einen US-Truck customizen. Der hat sich sein Lebenstraum erfüllt und hatte sehr bestimmte Vorstellungen. Neongrün und schwarz sollte der komplette Truck sein. Der Clou: Totenkopf-Details überall. Da habe ich mich erst einmal auf intensive Recherche nach Accessoires weltweit begeben und ich bin fündig geworden. Auf der Motorhaube leuchtet jetzt ein Chrome-Totenkopf mit beleuchteten LED-Augen und an der Tür zum Beispiel haben wir kleine Druckknöpfe in Totenkopfoptik gefunden und integriert. Das sind aber sehr spezielle Aufträge und je nachdem was die Wünsche sind, dauert der Auftrag dann auch unterschiedlich lange.
Außerdem kamen immer wieder Kunden auf uns zu, die gefragt haben, ob sie nicht einmal einen Truck für einen Tag oder einem bestimmen Anlass mieten könnten. Das haben wir dann 2005 mit dem Truck Taxi umgesetzt. Und das wird auch ganz fleißig zu runden Geburtstagen oder Hochzeiten gebucht.

Verkauf und Vermietung halten sich die Waage

 

Du verkaufst, importierst und vermietest US-Trucks – was macht den Löwenanteil in deinem Geschäft aus?

Eigentlich hält sich der Verkauf und die Vermietung die Waage. Wobei wir auch die Ersatzteilversorgung für alle U.S.-Trucks anbieten. Vielen Kunden ist das natürlich wichtig und diesen Service bieten wir selbstverständlich an.

Was muss alles beachtet werden, um einen US Truck mit einer deutschen Zulassung auszustatten?

Die reine Überfahrt würde eigentlich nur 9 Tage dauern. Da der Peterbilt-Truck aber noch in den USA oder eben in Kanada entzollt werden und hier in Deutschland verzollt werden muss, dauert das circa drei Wochen. Wir kümmern uns dann auch um die deutsche Zulassung, was manchmal echt an eine Papierschlacht erinnert. Aber mittlerweile brauchen wir dafür nur noch drei Wochen, statt früher sechs Wochen.

Um einen US-Truck auf europäischen Straßen zuzulassen, darf die Gesamtlänge von Truck und Trailer übrigens nicht länger als 16,50 m sein (ohne der Genehmigung zur Überlänge). Zum Vergleich: Ein Ammi-Truck ist gerne mal über 21 m lang.

Truck Tuning Peterbilt

Wo kann man deine Trucks bestaunen?

Wir sind eigentlich auf allen großen Messen und Veranstaltungen vertreten. Im Mai findet ja alle zwei Jahre die IAA statt. Dort werden wir eigentlich immer eingeladen und sind mit mehreren Showtrucks vertreten. Dann natürlich auf dem Truck Grand Prix am Nürburgring, der Anfang Juli statt fand. Außerdem sind wir auch auf Events wie etwa dem Trucker- und Countryfestival vom Autohof Strohofer in Geiselwind oder dem Schweizer Truck & Country Festival in Interlaken vertreten.

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