Frachtendiebstahl

9 Experten-Tipps, wie Du Deine Fracht vor Diebstahl schützt

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Über 1000 Diebstähle von Frachtgut oder kompletten LKWs zählt eine Studie der Transported Asset Protection Association (TAPA) für das Jahr 2014. Europaweit finden also täglich drei solcher Diebstähle statt, die Mehrzahl davon bei LKWs, die auf Park- und Rastplätzen stehen. Aber was können Logistik-Unternehmen und Fahrer für die Sicherheit der Fracht aktiv tun?

Statistik Art der Entwendung
Quelle: BAG

In Deutschland gibt es nur zwei Rastplätze, auf denen Brummifahrer vor Dieben absolut sicher sind: Der Rasthof Uhrsleben an der A 2 sowie der Autohof Wörnitz an der A 7. So zumindest das ernüchternde Ergebnis eines ADAC-Tests von 50 LKW-Parkplätzen in elf europäischen Ländern. Die beiden Europa-Testsieger sind übrigens Autoparco Brescia Est am italienischen Gardasee und Ashford International Truckstop nahe Dover in England. In meinem Interview mit dem Sachverständigen und Schadensermittler Klaus-Dieter Baier gebe ich dir bereits Tipps, wie Du Dich vor Frachtbörsenbetrug schützt. An die folgenden Tipps sollte sich aber jeder Fahrer on tour halten, um sich und die Fracht zu schützen.

Die 9 wichtigsten Punkte für Sicherheit unterwegs und am Rasthof:

  • Vollgetankt starten und unnötige Stopps vermeiden.
  • Schlüssel abziehen: Auch wenn der Diebstahl ganzer LKWs laut Bundesamt für Güterverkehr (BAG) etwas zurück gegangen ist, sollten Fahrer den LKW nie ohne Schlüssel verlassen.
  • Verstärkte Planen oder Kofferfahrzeuge verwenden: Die meisten Täter gelangen durch Aufschlitzen der Plane an das Frachtgut.
  • Alarmanlage, GPS-Ortung, Stahlbolzensiegel sind gute Sicherheitsvorkehrungen, wenn sich der Fahrer damit auskennt und die Technik regelmässig gewartet wird.
  • Die meisten Diebstähle finden nachts statt. Auch wenn es an Rastplätzen mangelt, solltest Du Dir rechtzeitig einen geeigneten Parkplatz suchen. Am besten einen, der gut ausgeleuchtet ist. Hier findest Du ein europaweites Verzeichnis. Rastplätze während der Fahrt findest Du beispielsweise mit dem Autohof-Guide, den es auch als App gibt.
  • Keine Tramper mitnehmen: Die meisten Diebesbanden erkunden den LKW und seine Fracht im Voraus. Als Tramper getarnt, könnten sie leichtes Spiel haben.
  • Keine Posts zur aktuellen Tour in sozialen Medien: Einige Kriminelle beschaffen sich in sozialen Netzwerken Infos über den genauen Standpunkt und die Ladung.
  • Infos für sich behalten: Nach Schätzungen der Tapa (Transported Asset Protection Association) sind bei 70 Prozent aller Diebstähle Insider beteiligt. So kann auch der abendliche Stammtisch-Plausch zur unbewussten Gefahr werden.
  • Mitarbeiter-Schulungen im Unternehmen: Wie sollte man sich bei Überfällen verhalten? Wo gibt es sichere Parkplätze? Was sind die gängigen Methoden von Dieben und was darf ins Social Web?

300 Millionen Schaden im Jahr allein in Deutschland, niedrige Aufklärungsquote

Statistik: Gestohlene Gütergruppen in Deutschland

Der jährliche Schaden durch Frachtdiebstähle liegt laut BAG alleine in Deutschland bei rund 300 Millionen Euro. Zu 20 Prozent wird dabei Unterhaltungselektronik und zu 18 Prozent Metall von den Ladeflächen geklaut, aber auch Kraftstoff ist heiss begehrt. Leider werden laut Experten nur wenige Fälle aufgeklärt. Übrigens: Diebstähle ereignen sich auf Raststätten eher unter der Woche, auf den Betriebsgelände dagegen wird eher am Wochenende gestohlen.

Ob und wie solche Fälle überhaupt versichert sind, werde ich demnächst im Interview mit einem Assekuranzmakler herausfinden.

Bildquelle: InterCityImpress unter CC BY-SA 2.0

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