by Janina Martig

Warum die deutsche Dekra in China Lkw testet

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Trucks in China, Foto: Fotolia © BUSARA

In China boomt das Geschäft mit hochmodernen Lkw. Bei der Vernetzung und Automatisierung der Fahrzeuge helfen nun auch Experten aus Deutschland.

Die Zukunft der Transportlogistik liegt in automatisierten und vernetzten Trucks. Das weiß auch die Bezirksregierung von Tianning in der chinesischen Provinz Jiangsu. Deshalb plant sie eine hochmoderne Testanlage für Nutzfahrzeuge. Damit will der Stadtbezirk zum Vorreiter im Bereich vernetzter Trucks werden. Mit an Bord bei dem ehrgeizigen Projekt sind das Intelligent Driving and Intelligent Transportation Industrial Research Institute am chinesischen National ITS Center – und die deutsche Prüfgesellschaft Dekra. Eine Absichtserklärung wurde im Oktober in Düsseldorf unterzeichnet.

Eine Testanlage für neuartige Assistenzsysteme

Die 1925 gegründete Prüfgesellschaft Dekra befasst sich in Deutschland vorrangig mit der periodischen Überwachung von Kraftfahrzeugen, etwa der Haupt- und Abgasuntersuchung sowie Gutachten und Zertifizierungen. Die Dekra unterhält jedoch auch zahlreiche Labors in der VR China, unter anderem in Shanghai und Hefei. Dort betreibt das deutsche Traditionsunternehmen Grundlagenforschung zu Themenfeldern wie Digitalisierung und „Internet of Things“. Ohne Letzteres ist die Vernetzung von Fahrzeugen nicht denkbar.

Die Bezirksregierung von Tianning wird die notwendigen Grundstücke für den Bau der Anlage zur Verfügung stellen. Das chinesische Forschungsintitut wird als Koordinator und Verbindung zu den Regierungsbehörden agieren. Die Dekra-Experten werden auf dem neuen Testgelände in Tianning  unter anderem Assistenzsysteme für Lkw testen wie zum Beispiel Notbrems-Assistenten.  Aber auch innovative Systeme, die darüber hinausgehen. Dazu gehören zum Beispiel Abbiege-Assistenten, die kleinere Verkehrsteilnehmer wie beispielsweise Radfahrer schützen können.

Die Lkw-Branche boomt in China

Im vergangenen Jahr wurden in der Volksrepublik 40 Prozent mehr Trucks verkauft als im Vorjahr. Die wichtigsten chinesischen Anbieter zurzeit sind Dongfeng, FAW und Sinotruk. Nur der Marktführer Daimler  verkaufte weltweit mehr Nutzfahrzeuge als seine drei größten Konkurrenten aus dem Reich der Mitte. Tianning gehört zu den wirtschaftlich am stärksten wachsenden Bezirken der fünft größten chinesischen Provinz Jiangsu. Bereits seit 2008 ist der Lkw-Bauer MAN mit einem Werk vor Ort präsent.

Die Dekra erhofft sich von der Kooperation mit den chinesischen Partnern Erkenntnisse, die auch in Europa einen Nutzen bringen. Denn China treibt die Digitalisierung voran wie weltweit kein anderes Land. Auch im Bereich der Elektromobilität hat die Volksrepublik längst die Weltspitze erreicht. Nirgends werden mehr Elektro-Pkw verkauft. Einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger zufolge wurden in der ersten Jahreshälfte 2018 insgesamt 390.000 von allen 700.000 weltweit verkauften E-Autos in China abgesetzt. Demnach können sich 65 Prozent aller befragten Chinesen vorstellen, in naher Zukunft ein elektrisch angetriebenes Auto zu kaufen. In Deutschland zeigt nur jeder vierte Konsument ein solches Interesse an der neuen Technologie.

Ohne China geht auf dem Lkw-Markt nichts mehr

Die Modernisierung zeigt sich auch zunehmend auf dem chinesischen Markt für Nutzfahrzeuge. Und auch hier sind europäische Partner mit von der Partie. Der europäische Lkw-Bauer Volvo ist bereits 2013 ein Joint-Venture mit Dongfeng eingegangen. Unterdessen arbeitet MAN mit Sinotruk zusammen. Und Iveco ist mit SAIC verbandelt. Die Europäer profitieren vom Zugang zum gigantischen chinesischen Markt. Und ihre chinesischen Partner erwerben wichtiges Know-how. In den letzten Jahren hat sich die Qualität und Leistungsfähigkeit der chinesischen Fahrzeuge und Fahrzeugteile deutlich erhöht. Das zeigte sich zuletzt auch auf der Messe IAA Nutzfahrzeuge in Hannover. Dort waren die Chinesen die mit Abstand größte Ausstellergruppe.

Foto: Fotolia © BUSARA

Walentina Wladimirowna Tereschkowa: Die erste Frau im All!

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Mit gerade einmal 26 Jahren flog die am 6. März 1937 geborene sowjetische Kosmonautin Walentina Wladimirowna Tereschkowa am 16. Juni 1963 als erste Frau in der Geschichte ins Weltall. Dabei war sie ganze drei Tage lang auf sich allein gestellt, denn ihrem Flug wohnten keine weiteren Begleiter bei.

Mit Fleiß zum Traum

Geboren wurde sie unter ärmlichen Bedingungen. Ihr Vater, ein Traktorist, war bereits im Zweiten Weltkrieg gefallen. Als Jugendliche verdiente sie ihr erstes Geld mit Tätigkeiten in verschiedenen Industriezweigen. 1960 erhielt sie ihr Technikdiplom, da sie sich neben der Arbeit in einem Spinnerei-Kombinat in der Abendschule zur Technikerin weiterbildete.

Inspiration und erste Schritte

Juri Gagarin, der erste Mensch im Weltall, galt für sie als große Inspiration und Impulsgeber, sich selbst als Kosmonautin zu bewerben, woraufhin sie ihre Aufnahmeprüfung 1962 erfolgreich ablegte und ihre Ausbildung begann.

Durch Zufall zur Wegbereiterin

Es ist dem damaligen Regierungschef Nikita Chrustschow zu verdanken, dass Walentina Tereschkowa nur ein Jahr nach Beendigung ihrer Ausbildung zur Kosmonautin als erste Frau der Welt ins All geschickt wurde. Es wurde nach einer einfachen Arbeiterin gesucht, die dann aus tausenden Bewerberinnen ausgelost wurde. Dies sollte den Eindruck vermitteln, dass im Sozialismus jeder Person, egal welcher Herkunft, alle Wege offenstehen – anders als in den USA, mit denen sich die Sowjetunion im Zuge des Kalten Krieges im stetigen Wettrüsten befand.

Ein Traum wird Realität

Tereschkowas Faible nach Höherem entwickelte sich bereits Mitte der 50er Jahre: 1955 begann sie mit dem Fallschirmspringen. In einem Interview sagte sie “Ich habe schon als Kind von einer Reise zu den Sternen geträumt. Zur Not wäre ich auf einem Besen hingeflogen.“

Vorbild für Frauen weltweit

In den drei Tagen, die sie im All verbrachte, umkreiste Tereschkowa die Erde unglaubliche 49 Mal. Ihr Funkname lautete Tschaika, was auf Deutsch Möwe heißt. Wieder angekommen auf der Erde, wurde sie als Star gefeiert. Auch eröffnete sie allen Frauen der Sowjetunion und darüber hinaus neue Perspektiven und war die Impulsgeberin für viele Frauen, die sich in technischen Berufen etablieren wollten.

Digitale Plattformen: Zukunft der Transportlogistik

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Transportlogistik, Business Logistics concept, Bild: Fotolia © masterart2680

Spediteure zeigen immer größeres Interesse an hybriden und elektrischen Antrieben, das geht aus einer aktuellen Umfrage der Unternehmensberatung Bain & Company hervor. Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung der Transportlogistik werden aber auch ganz neue Plattformen entstehen.

Der Kostenfaktor ist weiterhin entscheidend

Wenn Spediteurinnen und Spediteure einen Truck kaufen, dann berechnen sie genau, was der Betrieb des neuen Fahrzeugs im Jahr kosten wird. Die Gesamtbetriebskosten seien für die meisten Profi-Kunden weiterhin der wichtigste Faktor bei Neuanschaffungen, schreibt Bain & Company. Ebenfalls wichtig für Logistik-Dienstleister seien Leistung und Ausstattung des Lkw, aber auch der Service beim Händler. Auch die Umweltfreundlichkeit und das allgemeine Image der Marke hätten Einfluss auf die Kaufentscheidung.

Wie in anderen Branchen auch gewinnt das Online-Geschäft an Bedeutung. Die meisten Kaufinteressenten informieren sich heutzutage online, teilweise werden Trucks auch direkt im Internet gekauft.  Die meisten Kunden wünschen sich jedoch der Studie zufolge auch in Zukunft die Beratung und Unterstützung von lokalen Händlern. Denn es ist gar nicht so einfach, die Gesamtbetriebskosten eines Fahrzeugs genau zu berechnen. Ein Händler verfügt über moderne Analyse-Tools und professionelle Methoden dazu.

Spediteure wollen alternative Motoren

Überraschend ist jedoch ein anderes Ergebnis der Umfrage: 40 Prozent der Truck-Käufer gaben an, bei ihrem nächsten Einkauf auch Zugmaschinen mit Hybrid oder Elektromotor kaufen zu wollen. Und das sogar, obwohl die Kosten dafür weiterhin vergleichsweise hoch sind. Dahinter steht offenbar der Wunsch, mit dem eigenen Unternehmen ein umweltbewusstes Image zu verkörpern und eine Vorreiterrolle einzunehmen. Aber auch nicht zuletzt ein ernsthaftes Interesse an der neuen Technologie. Flottenbetreiber gaben an, sie würden sich in Kürze wenigstens einen oder zwei dieser Lkw zulegen.

In Dieselmotoren sehen hingegen nur wenige einen zukunftsfähigen Antrieb: Nur 30 Prozent der Befragten glauben, dass Diesel im Jahr 2025 noch die wichtigste Antriebsform in ihrer Flotte sein werde. Aber dennoch dürfte es wohl in der Praxis noch einige Jahre dauern, bis alternative Antriebe den Markt dominieren können.

Transportlogistik der Zukunft: digitale Plattformen

Langfristig werde die Digitalisierung dazu führen, dass die Lkw-Produzenten auf neue Geschäftsmodelle setzen müssen, schreiben die Forscher. Truck-Hersteller sollten sich vom Anbieten einzelner Hardware-Teile auf integrierte Angebote verlegen. Neue Technologien müssten Teil eines innovativen Gesamtkonzepts sein, das neben der Weiterentwicklung des autonomem Fahrens auch digitale Plattformen umfasse. Das heißt: In Zukunft sollen Hersteller nach Ansicht von Bain & Company nicht mehr nur einzelne Trucks anbieten, sondern ganzheitliche Transportsysteme.

Wenn diese Systeme erst einmal massenhaft in Betrieb sein sollten, wird das auch die Arbeit der Spediteure verändern. Als digital vernetzte Dienstleister werden sie in der Lage sein, die aktuellen Marktpreise für Fracht quasi in Echtzeit zu berechnen und entsprechende Angebote machen zu können. Damit gewinnen die Spediteure der Zukunft als Bindeglied zwischen den Versendern und Transporteuren an Bedeutung. Das wird Veränderungen der Wertschöpfungskette nach sich ziehen. Laut Studie geht heute bereits jeder zweite Lkw-Käufer davon aus, dass spätestens in zehn Jahren digitale Plattformen über 40 Prozent des europäischen Frachtvolumens kontrollieren werden.

„Big Data“ treibt die Transportlogistik voran

Eine zentrale Rolle für das Gelingen dieser Pläne spielt „Big Data“, also die Sammlung und Analyse großer Datenmengen. Wenn alle Transportanfragen sowie -angebote digital verarbeitet werden, dann können präzise Analysen vorgenommen werden. Die dienen dann den Verantwortlichen als Grundlage für Entscheidungen. Wie hoch ist die Abschlussquote auf einem bestimmten Verkehrsträger? Wie günstig ist ein abgegebenes Angebot im Vergleich zu den anderen Anbietern am Markt? Solche Fragen könnte in Zukunft die smarte Datenanalyse beantworten.

Das könnte die Transportlogistik nachhaltig verändern. Wenn ein Spediteur zum Beispiel besondere Konditionen für Transporte nach China hat, könnte eine digitale Plattform bei entsprechenden Transportanfragen direkt die entsprechende Spedition vorschlagen.

Bild: Fotolia © masterart2680

Ada Lovelace: Der erste Programmierer der Welt ist weiblich

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Erste Programmiererin der Welt

Geboren als Augusta Ada Byron am 10. Dezember 1815 in einem adligen Elternhaus in London, genoss sie, den gesellschaftlichen Erwartungen ihres adligen Milieus entsprechend, eine hervorragende Ausbildung.

Schon in frühen Jahren entwickelte sich bei ihr ein großes Interesse für Mechanik. So verbrachte sie etliche Stunden damit, zeitgenössische Erfindungen sowie Konstruktionspläne für allerlei Maschinen zu studieren und eigene kleine Projekte zu inszenieren. Viele bedeutende Professoren, wie der Mathematiker Augustus de Morgan, waren hierbei essentiell für ihren weiteren Werdegang. Dieser lieferte selbst grundlegende Beiträge zur Entwicklung der mathematischen Logik und Lovelace nahm auf eigene Initiative 1841 Unterricht bei ihm.

Wegbereiterin für unsere heutigen Programmiersprachen

Mit 17 Jahren lernte Ada Lovelace den Mathematikprofessor Charles Babbage auf einer Soiree kennen, der ihr später seinen Entwurf einer Rechenmaschine, der „Analytical Engine“, vorstellte. Obwohl die Analytical Engine nie fertiggestellt wurde, gilt diese als Vorreiter des Computers. Für diesen Entwurf entwickelte Lovelace als erste Frau und erste Person überhaupt ein komplexes Programm, das bis heute als Meilenstein in der Geschichte der modernen Programmiersprachen angesehen wird. Dadurch wird sie auch heute noch als erste Programmiererin weltweit bezeichnet.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten einer bahnbrechenden Erfindung

Lovelace nutzte Programmierverfahren, bei der sie Schleifen und Verzweigungen als Kontrollstrukturen verwendete. In Grundzügen sind diese Strukturen auch heute noch in Algorithmen einfacher Abläufe vorhanden, wie beispielsweise in einem Befehl wie “Solange die Ampel rot ist, bleibe stehen, bei Grün gehe weiter”. Sie sah den mechanischen Computer nicht nur als reine Rechenmaschine an, sondern erkannte in ihm eine universelle Einsatzquelle.

Anerkennung und Bekanntheit erst über ein Jahrhundert später

Die heute existente Programmiersprache „Ada“ und die Auszeichnung „Lovelace Medal“ wurden nach Ada Lovelace benannt. Letztere wurde dem Begründer des World Wide Web Tim Berners-Lee verliehen, was symbolisch betrachtet ihre Bedeutung für das allgegenwertige Internet widerspiegelt.

Früher Tod und Vorbild für Frauen in Männer-Domänen

Mit nur 36 Jahren starb Ada Lovelace am 27. November 1852 in London an Gebärmutterhalskrebs. Postum gilt sie immer noch als Inspiration für viele Initiativen, die sich dafür einsetzen, Frauen vermehrt den Zugang zu technischen Berufen zu erleichtern.

 

 

“Truck of the Year”: Ford F-Max mischt den Markt auf

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Ford F-MAX auf der IAA Nutzfahrzeuge 2018 (Foto: Wikicommons)

Der F-Max von Ford Trucks ist zum „2019 International Truck of the Year“ gewählt worden. Die Preisverleihung erfolgte auf der Messe „IAA Nutzfahrzeuge“ Ende September in Hannover.

Bei dieser Fachmesse war der neue Lkw erstmals der Weltöffentlichkeit vorgestellt worden. Die Branche hatte diese Präsentation mit großem Interesse erwartet, denn auf dem europäischen Markt für Sattelzugmaschinen wird mit harten Bandagen gekämpft. Der Preis wird jedes Jahr von einer Jury aus 23 Fachjournalisten vergeben, die zusammen alle großen europäischen Trucking-Magazine repräsentieren. Der Hersteller Ford Trucks ist ein Joint Venture zwischen dem US-amerikanischen Konzern Ford Trucks und Ford Otosan. Haydar Yenigün, der Generaldirektor des türkischen Automobilhersteller Ford Otosan nahm den Preis in Hannover entgegen.

Der Ford Trucks F-Max ließ die Konkurrenz hinter sich

„Mit der Einführung von F-Max hat Ford Trucks einen sauber entwickelten Lkw geliefert, der ein bedeutender neuer Akteur im hart umkämpften Fernverkehrssegment sein kann“, sagte Gianenrico Griffini, der Vorsitzende von „International Trucks of the Year“ anlässlich der Preisverleihung.

F-Max setzte sich im Wettbewerb gegen die neuen Baureihen L und P des schwedischen Herstellers Scania ebenso durch wie gegen die  Serien FH und FM von Volvo Trucks. Diese Hersteller gelten als Platzhirsche. Alle Kandidaten wurden in umfangreichen Fahrversuchen auf Herz und Nieren geprüft. Die strenge Bewertung bezog sich auf Schlüsselkriterien wie Sicherheit, Fahrbarkeit, Kraftstoffverbrauch, Umweltverträglichkeit, technologische Innovation, Komfort und Gesamt-Betriebskosten.

Beeindruckende Leistungsfähigkeit

Der Ford F-Max überzeugte die Jury mit seinem leistungsstarken Ford Otosan Ecotorq 12,7 l-Dieselmotor. Dieser Motor hat einen Hubraum von 12.740 Kubikzentimetern. Er verfügt über Direkteinspritzung und R6-Layout, außerdem einen Turbolader. Die maximale Leistung ist beeindruckend: 500 PS beziehungsweise 368 kW bei einer Drehzahl von 1.800 Umdrehungen pro Minute. Ab Werk wird das Automatik-Getriebe ZF TraXon 12TX2620 eingebaut. Es hat zwölf Gänge. Der F-Max verfügt zudem über einen Hinterradantrieb.

Die Journalisten zeigten sich auch von der neuen Langstreckenkabine beeindruckt, die einen beinahe flachen Boden bietet. Mit ihrer Breite von 2,5 Metern und der Innenhöhe von 2,16 Metern hat sie auch viel Platz für Fahrerin oder Fahrer. Das Cockpit-Dashboard mit digitalem Kombiinstrument sorgt für komfortable und sichere Bedienbarkeit. Der neue Truck kommt auch mit verschiedenen Fahrerassistenz-Systemen, zum Beispiel Eco-Roll, Lane-Guard, Notbrems-Assistent und ein satellitengestützter Tempomat. Außerdem setzt Ford Trucks auf ein Remote-Monitoring-System namens „ConnecTruck“. Das ermöglicht eine vorausschauende Wartung, indem es selbständig Daten an eine Zentrale übermittelt.

Ford Otosan erobert den europäischen Markt

Mit der Markteinführung des neuen Lkw möchte sich Ford Otosan langfristig auf dem gesamteuropäischen Markt etablieren. Im Moment liefert das türkische Unternehmen hauptsächlich nach Osteuropa, auf den Balkan, nach Russland und in die ehemaligen Sowjetrepubliken Zentralasiens. Der Ford F-Max soll weitere Türen öffnen. Anfangs wird er zwar ausschließlich in der Türkei angeboten werden. Doch im Laufe der nächsten zwei Jahre soll er auch auf den Märkten Ost- und Mitteleuropas eingeführt werden. Da der Lkw die Abgasnorm „Euro 6D“ erfüllt, ist er generell in der gesamten Europäischen Union einsetzbar. Ab wann der Ford Trucks F-Max im deutschsprachigen Raum angeboten wird, steht zurzeit noch nicht fest.

Foto: Wikicommons

Modell-Projekt in Bayern: Truck als „mobiler Dorfladen“

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Mobiler Dorfladen in Bayern. (Symbolbild) Foto: Fotolia © jozimmermann

In vielen ländlichen Regionen gibt es kaum noch Geschäfte. In Bayern wurde nun ein Modellversuch gestartet: ein Truck fährt als „mobiler Dorfladen“ durch die Oberpfalz. Das Projekt könnte vorbildhaft sein.

Das Problem: keine Tante-Emma-Läden mehr

Schnell noch etwas einkaufen? Was in der Stadt eine einfache Sache ist, kann in den ländlichen Regionen Deutschlands zu einem großen Problem werden. Denn es gibt kaum noch Geschäfte. Metzger, Bäcker und Tante-Emma-Läden haben oft schon vor Jahren geschlossen, weil die Kundschaft weggezogen ist. Vor allem Gegenden, in denen wenig Menschen leben, haben auch eine schwache Infrastruktur. Die Menschen müssen weite Wege mit dem Auto zum nächsten Supermarkt in Kauf nehmen. Das ist besonders schwierig für ältere Leute.

Lösung: Lkw als mobiler Dorfladen

Der Freistaat Bayern möchte dieser bedauerlichen Entwicklung mit einem bemerkenswerten Pilot-Projekt entgegenwirken. Deshalb wurde ein Lkw zum Supermarkt umgebaut und fährt nun von Dorf zu Dorf. Der MAN-Truck ist seit Mitte August in der Steinwald-Allianz im Regierungsbezirk Oberpfalz unterwegs. Auf 17 Quadratmetern begehbarer Einkaufsfläche bietet der „mobile Dorfladen“ über 200 Produkte an. An Bord hat er vor allem Waren des täglichen Bedarfs. Tiefgefrorenes etwa, Fleisch und Fisch, außerdem Gemüse. Das sind größtenteils Öko-Produkte aus der Region. Zweimal in der Woche steht er an festen Haltestellen bereit für die Kunden. Die Einkaufsgelegenheit ist dann jeweils für 30 Minuten geöffnet. Als besonderen Service kann man an der Kasse auch Bargeld abheben.

Wie die Digitalisierung entlegenen Gegenden helfen kann

Das Bayerische Wirtschaftsministerium unterstützt das Modellprojekt mit Fördermitteln. Die Idee zum „mobilen Dorfladen“ wurde jedoch vor Ort in der Steinwald-Allianz geboren. 2016 gewann der Gemeindeverbund einen Wettbewerb. In dem strukturschwachen Gebiet nahe der tschechischen Grenze leben etwa 38.000 Einwohner in insgesamt 16 kleinen Gemeinden. Die Steinwald-Allianz ist eine Öko-Modellregion. Mit staatlicher Förderung wird hier die Produktion von Bio-Produkten gefördert. Das soll um die Region stärken. Aus der sind in den vergangenen Jahren sehr viele Menschen weggezogen. Dabei setzen lokale Politiker ganz gezielt auf die Digitalisierung.

Zum „mobilen Dorfladen“ gehört eine digitale Plattform. Über die können Online-Bestellungen abgegeben werden. Der Einkauf ist für den Kunden so einfach wie in einem Webshop. Das Portal ermöglicht aber auch Kommunikation und Koordination zwischen Warenlager, Fahrer und Erzeuger. Eine App unterstützt die Logistik und sorgt für eine intelligente Routenplanung. Diese App wurde von der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services entwickelt. Der Feldversuch wurde gründlich vorbereitet. In den Monaten vor Beginn hat das Fraunhofer-Institut durch Umfragen auf Dorffesten ermittelt, was die Bevölkerung kaufen möchte.

Doch der Verkauf von Lebensmitteln im „mobilen Dorfladen“ soll nur der Anfang sein. Geplant ist die Vernetzung weiterer lokaler Anbieter miteinander. In naher Zukunft sollen Mobilitätsanbieter ebenso beteiligt werden wie Busse und Bahnen. Außerdem die Post und Versandapotheken. Kurzum alle, die vor dem Problem stehen, entlegene Haushalte beliefern zu müssen. Durch digitale Vernetzung werden die Kräfte dieser Unternehmen gebündelt. Gemeinsam erreichen sie ihr Ziel leichter.

Vorbildlich: das Projekt „Digitales Dorf“

Das Modell-Projekt in der Steinwald-Allianz ist eines von dreien in Bayern, die Schule machen sollen. Ziel ist es, Konzepte zu entwickeln, die sich später auch auf andere Regionen übertragen lassen. Im Gemeindesverbund Spiegelau-Frauenau in Südbayern entsteht ein interdisziplinäres Netzwerk für Medizin und Pflege. Busse bringen dort als „Dorfshuttles“ die Medizin zum Patienten. So soll die Behandlung von Patienten vor Ort verbessert werden. Auch Lehrangebote für Senioren und Konzepte für Assisted Living sind Teil des ganzheitlich ausgelegten Projekts. Das bringt Leben zurück ins Dorf.

Besonders schwierig: die Entwicklung im deutschen Alpenraum. Deshalb wurde dort der Feldversuch „digitales Alpendorf“ gestartet. In der Modellregion Waginger See Rupertiwinkel sollen neue Lösungen für Probleme des Alltags gefunden werden. Dafür erhält die Region Fördermittel in Höhe von zwei Millionen Euro vom Freistaat. Das könnten am Ende auch für die Schweiz interessant sein. Denn auch einige Berggegenden hier leiden unter einem Bevölkerungsschwund. Zum Beispiel in den Walliser Alpen. Womöglich könnten innovative Apps und „mobile Dorfläden“ auch hier zukunftsweisende Lösungen bereithalten.

Foto: Fotolia © jozimmermann

Wie die Hollywood-Diva Hedy Lamarr die mobile Kommunikation erfand

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Film-Diva und Erfinderin Hedy Lamarr, Foto: Wikicommons

Die Schauspielerin Hedy Lamarr schrieb in Hollywood Filmgeschichte. Doch die Fans der „schönsten Frau der Welt“ wussten nicht, dass sie in ihrer Freizeit eine bahnbrechende Erfindung machte. Lamarr entwickelte ein Verfahren, das bis heute die Grundlage für drahtlose Kommunikation bildet. Dafür wurde sie aber erst sehr spät gewürdigt.

Frühe Erfolge und ein Skandal

Geboren wurde Hedy Lamarr 1914 als Hedwig Eva Maria Kiesler in Wien, als Tochter einer wohlhabenden jüdischen Familie. Bereits als Teenagerin spielte sie am Theater und in Filmen. Als Hedy Kiesler war die junge Schauspielerin an der Seite von Stars wie Heinz Rühmann, Hans Moser oder Peter Lorre zu sehen.

Europaweit bekannt wurde sie aber mit einem Skandal-Streifen. In einem Liebesdrama von Regisseur Gustav Machatý spielte sie eine junge Frau, die unglücklich ist in ihrer Ehe mit einem reichen Mann. In einer Szene war die 18-jährige nackt zu sehen. Eine andere zeigte ihr Gesicht während des Orgasmus in Nahaufnahme. So etwas war bis dahin undenkbar gewesen. Um den Film zu vermarkten, setzte die Produktionsfirma beim Schnitt auf besonders freizügige Bilder. Die Schauspielerin sagte später, sie habe diese eindeutige Darstellung gar nicht gewollt.

Flucht aus Europa

Der Film erhielt den reißerischen Titel „Extase“. Die Premiere war im August 1933, zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Die Nationalsozialisten verboten „Extase“ als „jugendverderbend“. Auch in Österreich erlebte Lamarr Ausgrenzung. Das war praktisch das Ende ihrer Karriere. Im August 1933 heiratete sie den Industriellen Fritz Mandl. Der mächtige Waffenproduzent wurde auch „Patronenkönig“ genannt. Nach dem “Anschluss” Österreichs regierte Hitler auch in Österreich. Obwohl Mandl selbst jüdische Vorfahren hatte, verkaufte er Waffen an die Nazis. Seine Frau fand das unerträglich.

Doch die Politik war nicht das einzige Problem. Aus Eifersucht verbot Fritz Mandl seiner Gattin die Schauspielerei. Er wollte sie lediglich als Schmuckstück an seiner Seite. Hedy Kiesler war so unglücklich wie die Figur, die sie in „Extase“ gespielt hatte. In einer Nacht des Jahres 1937 schlich sie sich aus dem Haus. Hedy nahm einen Zug und floh nach London. Dort traf sie auf den amerikanischen Filmproduzenten Louis B. Mayer. Der suchte gerade nach neuen Schauspielerinnen für Metro Goldwyn-Mayer. Der Filmkonzern nahm die junge Österreicherin sofort unter Vertrag. Mayer verpasste ihr einen neuen Künstlernamen: „Hedy Lamarr“. Das erinnerte an einen zu dieser Zeit berühmten Stummfilmstar.

Schon im folgenden Jahr feierte Hedy Lamarr ihren Hollywood-Durchbruch an der Seite von Charles Boyer in dem Drama „Algiers“. Allerdings interessierte sich auch Hollywood nur für ihre Schönheit. Hedy Lamarr wollte Charakterrollen spielen, die bekam sie aber nicht.

Hedy Lamarr war eine geniale Erfinderin

In ihrer Freizeit beschäftigte sich die als „schönste Frau der Welt“ vermarktete Diva mit wissenschaftlichen Themen. Mit einem ungeheuren Wissensdurst bildete sie sich selbst weiter. Und sie verfolgte den Fortgang des Krieges in Europa. Anfang der 1940er Jahre schossen deutsche U-Boote alliierte Schiffe im Atlantik ab. Hedy Lamarr beschloss, etwas dagegen zu tun. Gemeinsam mit dem Komponisten George Antheil entwickelte sie eine Funkfernsteuerung für Torpedos. Die basierte auf Lochstreifen, wie sie in selbstspielenden Klavieren verwendet werden. Die Erfindung wurde patentiert, aber nicht umgesetzt. Für die technischen Möglichkeiten der Zeit erschien sie zu komplex. Erst in den 1950er Jahren griffen andere Forscher die Idee wieder auf.

Frequency Hopping: Basis von Bluethooth und WLAN

Hedy Lamarr erfand das Frequenzsprungverfahren, das sogenannte „Frequency Hopping“. Bei diesem Verfahren nutzen Sender und Empfänger mehrere Kanäle, zwischen denen sie gleichzeitig wechseln. Dadurch wird es für Dritte unmöglich, die Kommunikation abzuhören. Das Frequenzsprungverfahren bildet heute die Grundlage für mobile Kommunikationssysteme wie Bluetooth und WLAN. Selbstverständlich war Hedy Lamarrs Erfindung nur ein sehr früher Vorgänger davon. Aber unsere digitale Mobilkommunikation basiert auf ihrer Grundidee.

Heutige Lkw-Fahrerinnen und Fahrer verwenden Bluetooth zum Beispiel in Freisprechanlagen. Die Zukunfts-Technologie des Platooning arbeitet mit WLAN. Dabei werden mehrere Trucks mit drahtloser Kommunikation koordiniert und können effizient hintereinander fahren. Das alles wäre ohne Hedy Lamarr nicht möglich. Zu Lebzeiten wurde die Erfinderin für ihre Leistungen kaum gewürdigt. Erst nach ihrem Tod im Jahr 200 wurde sie zur Kult-Figur. Vor allem Frauen in männerdominierten Tech-Berufen sahen in ihr ein Vorbild.

Neue Trucks – Das erwartet uns 2019

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Mercedes-Benz Actros, Modelljahr 2018, mit Active Brake Assist 5, MirrorCam Mercedes-Benz Actros, model year 2018, with Active Brake Assist 5, MirrorCam (Foto: Mercedes Benz)

Für das kommende Jahr stehen einige große Veröffentlichungen an. Namhafte Marken versuchen mit neuen Modellen, die Gunst der Fahrer und Spediteure zu gewinnen. Aus diesem Grund lohnt es sich, einen frühzeitigen Blick auf die neuen Highlights der Industrie zu werfen. Die könnten sich schon bald ihren Weg auf die Straße bahnen.

Der flexible Antos

In den vergangenen Jahren zählte der Antos zu den wichtigsten Basisfahrzeugen aus dem Hause Mercedes-Benz. Er ist zum Beispiel die Grundlage für kompakte Löschfahrzeuge. So verwundert es kaum, dass sich die Experten für ein weiteres Facelift im Jahr 2019 entschieden haben. In diesem Zuge soll der Truck noch effizienter werden. Dies war schon in den vergangenen Jahren eine große Baustelle gewesen. Denn der starke Motor des Fahrzeugs legte nicht die erhoffte Zuverlässigkeit an den Tag. Mit der neuen sparsamen Ausführung wird der Antos seine Rolle nicht nur im Fernverkehr ausbauen können. Hier gelangen Sie zu einer Website, die genauere Informationen zum Einsatz bei der Feuerwehr bereitstellt.

Der neue Actros

Die Entwickler von Mercedes-Benz waren lange damit beschäftigt. Nun wurde der neue Actros auf der IAA im September präsentiert. Schon im kommenden Jahr soll das neue Flaggschiff der Marke auf den Straßen zu finden sein. Außen ist es vor allem die Lichtsignatur über dem Rand der Scheinwerfer, die den Actros eindeutig von anderen Modellen abhebt und ihm damit besonderen Status verleiht. Darüber hinaus wurde das Ziel verfolgt, die Effizienz des gesamten Fahrzeugs zu verbessern und den Verbrauch zu senken. Hier spricht der Hersteller von einem um fünf Prozent gesenkten Verbrauch. Für Spediteure würde das eine massive Reduktion der Kosten bedeuten. Dies sollte geschehen, ohne dabei den Komfort des Fahrers einzuschränken. Der Komfort rührt jedoch nicht nur vom großen Freiraum im Inneren der Kabine. Darüber hinaus bietet der Actros mit dem Active Drive Assist die Möglichkeit, zum ersten Mal das teilautonome Fahren in allen Geschwindigkeitsstufen zu nutzen. Dies soll die Arbeit in den kommenden Jahren und Jahrzehnten deutlich erleichtern.

Die S-Baureihe von Scania

Auch der Hersteller Scania versucht in Anbetracht dieses Vorstoßes, die eigenen Produkte auf ein höheres Niveau zu heben. Eine wichtige Rolle spielt hier die S-Baureihe, die schon in den vergangenen Jahren als ein kommendes Zugpferd für den Hersteller gehandelt wurde. Aktuell sieht es so aus, als wäre auch Scania dazu in der Lage, seine neuen LKW mit einem geringeren Verbrauch auf die Straße zu schicken. Angaben zum genauen Umfang der Reduzierungen gibt es bis zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht. Auf der anderen Seite wird über eine komplette Neugestaltung des Innenraums diskutiert. Wie bereits im Jahr 2011 soll dabei erneut auf eine Verbesserung der Ergonomie geachtet werden. Schon in der Vergangenheit taten sich die Konstrukteure der Marke immer wieder dadurch hervor, dass sie einen besonders scharfen Blick für die Gesundheit der Fahrerinnen und Fahrer hatten.

Das ist nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was uns am Markt der LKW im kommenden Jahr erwartet. So ist es eigentlich nicht verwunderlich, dass schon jetzt von vielen Seiten mit großer Spannung auf die neuen Veröffentlichungen geachtet wird. Diese könnten ein neuerliches Rennen um die größten Anteile am LKW-Markt in Gang setzen. Das wiederum dürfte zu neuen Innovationen führen, wie sie die Fahrer schon seit langer Zeit fordern. Die entscheidenden Anstöße könnten schon 2019 folgen.

Kugelsichere Trucks & Blockchain: Amazon erobert Brasilien

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Brasilien (Foto: pixabay)

Der Amazon-Konzern ist zwar der führende Online-Händler der Welt, aber ausgerechnet am Amazonas spielt er keine Rolle. Das Problem: Die bestellten Waren kommen oft gar nicht beim Kunden an. In Brasilien sind Überfälle auf Lastkraftwagen an der Tagesordnung. Deshalb will das Unternehmen nun auf High-Tech-Systeme für die Sicherheit setzen. Einem Bericht der amerikanischen Nachrichten-Agentur Bloomberg zufolge plant Amazon, in Kürze kugelsichere Trucks auf die Straßen des lateinamerikanischen Landes zu schicken. Außerdem sollen neuartige Blockchain-Systeme des Anbieters CargoX eine sichere Vernetzung von Speditionen und Kunden ermöglichen. Das könnte den Frachtverkehr in Brasilien revolutionieren – und beispielhaft sein für andere Regionen.

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