by Janina Martig

Wie Trucker Rückenschmerzen vorbeugen können

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Gerade der Beruf eines LKW-Fahrers ist mit einem erhöhten Risiko für schwere Rückenschmerzen und Bandscheibenvorfälle anfällig. Dabei gibt es keine einzelne Ursache, sondern viele unterschiedliche Aspekte, die ineinandergreifen. Zu den hauptsächlichen Gründen zählen jedoch eine permanente einseitige Haltung beim Sitzen sowie die großen Belastungen beim Be- und Entladen von Gütern. Auch der stetige Stress, den Zeitplan einzuhalten, sowie die Vibrationen der Straßen führen zu Muskelverspannungen. Der Bewegungsmangel trägt ebenso der Entstehung des Übergewichts bei.

Ungefähr zwei Drittel der Trucker schlafen etwa vier bis fünf Mal in Ihrem Arbeitsplatz – dem LKW. Daher ist es nicht ungewöhnlich, dass jeder zweite Fahrer unter ständigen Rückenschmerzen leidet. Der erste Schritt der Heilung ist hingegen, das Problem zu erkennen und danach zielgerichtet zu handeln.

Der richtige LKW-Sitz

Die Lösung gegen Rückenschmerzen während des Fahrens kann die Anschaffung eines hochwertigeren Sitzes sein. Dabei sollte vor allem auf die Funktion der individuellen Einstellungsmöglichkeit geachtet werden. Somit kann sich die Rückenlehne den unterschiedlichen Bedürfnissen anpassen.

Auch ist die Wahl eines orthopädischen Sitzkissens eine gute Möglichkeit, um die Wirbelsäule zu entlasten. Durch die ergonomische Form können die Beschwerden gelindert und weiter auftretende Symptome vorgebeugt werden. Das Gewicht kann sich daher besser verteilen und der Druck wird verringert. Mithilfe des Kissens nimmt die Wirbelsäule eine schonende und aufrechte Position ein, wodurch die Brust- und Lendenwirbel gestreckt werden.

Pausen und Stau nutzen

Die erforderlichen Standzeiten lassen sich optimal für Spaziergänge oder Dehnübungen nutzen. Vor allem LKW-Fahrer bewegen sich während des Fahrens viel zu selten und nehmen für mehrere Stunden am Stück die gleiche Position ein. Kleine Übungen können dagegen Abhilfe schaffen. Dabei muss man sich jedoch nicht wie ein Profi dehnen. Auch das regelmäßige Treppensteigen oder Füßestrecken hält den Körper fit. Zudem sollten Speisen und Getränke am Rasthof im Stehen eingenommen werden. Das gleiche gilt im Stau: Die kurzen Pausen am besten für das Arme-, Schulter- und Füße-Kreisen nutzen, um Muskelverspannungen zu lösen.

Den Rücken warmhalten

Wärme tut dem Rücken bekanntlich gut und wird von Vielen gerade in dieser Körperregion als sehr angenehm empfunden. Eine kalte Muskulatur verkrampft sich öfter und verursacht somit schneller Rückenschmerzen. Durch die Wärme können sich die Muskeln wieder entspannen. Ein Wärmepflaster, eine Wärmesalbe oder Wärmflasche reichen meist schon für die benötigte Erholung aus.

1900 Kilometer Reichweite mit neuem Elektro-LKW von Nikola Motors

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Das 2014 gegründete US-Start-Up Nikola Motors, das mit der Erstellung von innovativen Elektro-Fahrzeugkonzepten bereits für viel für Aufmerksamkeit sorgte, hat im Rahmen eines Kunden-Events vier neue Modelle vorgestellt: Zwei Brennstoffzellen-LKW, einen Jet-Ski und einen Geländewagen.

Ziel ist es laut Gründer Trevor Milton, eine Zukunft ohne Emissionen zu schaffen: „Wir wollen alles in der Transportbranche umwandeln. Mit der Vision von Nikola wird die Welt sauberer, sicherer und gesünder sein.“

Innovative Trucks mit hoher Reichweite

Für den nordamerikanischen Markt präsentierte Milton den Nikola Two, der zusammen mit dem Nikola One 2020 ausgeliefert werden soll. Beide Fahrzeuge sind mit einem 735 kW starken Elektroantrieb sowie einer 320 kWh großen Batterie ausgestattet. Mithilfe des Wasserstofftanks ist eine Reichweite von bis zu 1900 Kilometern möglich. Nach eigenen Aussagen liegen bereits über 13.000 Vorbestellungen beider Modelle vor.

Ab 2022 erscheint für den europäischen Markt der Nikola Tre. Der Truck, der eine Reichweite von bis zu 1200 Kilometern erreicht, wird in Europa gefertigt. Die ersten Tests werden voraussichtlich in Norwegen durchgeführt.

Kooperation mit Bosch bringt bahnbrechende Neuerungen

Nikola Motors setzt bei der Technologie für seine Wasserstoff-LKWs auf das deutsche Unternehmen Bosch. Dank eines Ingenieurteams, das auf die Standorte Deutschland und USA verteilt ist, konnte die Vision nach 220.000 Stunden Entwicklungs-Zeit umgesetzt werden. Dazu äußert sich auch der Vizepräsident Boschs, Jason Roycht: „Durch die enge Zusammenarbeit haben Bosch und Nikola voneinander gelernt und sich gegenseitig angespornt. Der Nikola Two ist nicht nur eine einfache Weiterentwicklung des Schwerlasters von heute. Er ist revolutionär.“

Nikola Motors und Bosch haben in ihrer Kooperation den Antrieb sowie das Fahrgestell, in dem dieser integriert ist, gemeinsam entwickelt. Zudem war Bosch auch an der Kreation der weltweit ersten elektrifizierten Achse für Nutzfahrzeuge mit Doppelantrieb beteiligt. Somit vereint die Achse Motor, Getriebe und Antriebselektronik in einem Gehäuse.

Weitere Tools sind unter anderem das zentrale Steuergerät Vehicle Control Unit (VCU), das Echtzeit-Monitoring, Over-the-Air-Updates und das Betreiben der Fahrzeuge ohne Ausfallzeiten ermöglicht. Auf Außenspiegel wird beim Nikola-Fahrzeug komplett verzichtet. Mithilfe eines Mirror Cam Systems und Videosensoren, die an der äußeren Fahrzeugkabine angebracht sind, ist die Sicherheit während des Fahrens enorm erhöht. Auch wird der Luftwiderstand durch die fehlenden Außenspiegel reduziert, wodurch deutliche aerodynamische Vorteile entstehen. Ein Perfectly Keyless System erlaubt zudem die Öffnung des Fahrzeugs via Smartphone-App.

Foto: Nikola Two © Nikola Motors

LKW-Pannen durch Navigationsgeräte sind vermeidbar

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Ein Navigationsgerät ist nicht unfehlbar. Nicht selten müssen auch LKW-Fahrer erleben, dass diese beliebten Instrumente sie keineswegs zu dem Ziel führen, das sie anvisieren. Das Problem: Die Fahrer verlassen sich oft blind auf die Stimme aus dem Cockpit.

Daher kommt es nicht selten vor, dass die kuriosesten Unfälle passieren. So mussten schon LKW mithilfe von Kränen geborgen werden, weil sie sich in einer Sackgasse festgefahren hatten. Oder auf einem Abhang steckengeblieben waren, eine Böschung hinabrutschten oder auf einer viel zu schmalen Landstraße oder im Graben stecken blieben. Ohne das uneingeschränkte Vertrauen in ein Navigationssystem undenkbar – doch folgen viele LKW-Fahrer beharrlich dessen Anweisungen.

Zeitmangel und Vertrauen in moderne Technik

Das Problem, das viele LKW-Fahrer haben, fängt jedoch schon vor den Irrfahrten aufgrund fehlgeleiteter Navigationsgeräte an: Ihre vorgegebenen Touren müssen in einem strikten Zeitplan erledigt sein. Das bedeutet, dass mitunter wenig Zeit bleibt, um sich eine Route detailliert anzusehen, bevor man losfährt. Zudem vertrauen die LKW-Fahrer auf die meist zuverlässigen Navigationsgeräte – nicht zuletzt, weil sich viele schon mehr oder weniger gut in dem Gebiet, wo sie unterwegs sind. Das bedeutet, dass ihnen vieles bekannt vorkommt und sie nicht sofort stutzig werden, wenn das Navigationsgerät sie auf eine falsche Route schickt.

Vielfach jedoch “kennen” Navigationsgeräte nicht die neuesten Veränderungen, die durch Baustellen oder Umleitungen entstanden sind. Diese muss der Fahrer dann selbst bewältigen, was zu Verzögerungen und Umwegen führen kann. Daher sollte stets eine passende Landkarte bereit liegen, um sich bestmöglich orientieren zu können.

Was tun gegen fehlbare Navigationsgeräte?

Auch wenn es zusätzlich Arbeit macht und den Eindruck erweckt, als wäre man im vergangenen Jahrhundert stehen geblieben: Aber Karten aus Papier, in denen sich die Fahrer die komplette Route und die entscheidenden Abbiegungen markieren können, sind Gold wert. Möchte man sich doch lieber auf modernere Techniken verlassen, kann man sich die vom Navigationsgerät berechnete Route auch detailliert anzeigen lassen, bevor man losfährt. Auch bei dieser Variante sollten die entscheidenden Eckpunkte verinnerlicht werden, damit man grob Bescheid weiß. Erkennt man bei der Fahrt dann, dass die Strecke eine andere oder unangenehm zu fahren ist, bemerkt man es schnell und kann den Kurs zeitig korrigieren.

Volvo bringt Elektro-LKW auf die Straßen

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Der Volvo FE wird in Hamburg eingesetzt (Foto: © Volvo)

Volvo gehört zu den Pionieren in Sachen Elektromobilität. Das stellt der schwedische Konzern derzeit in einem gigantischen Feldversuch mit Elektro-LKW im US-amerikanischen Bundesstaat Kalifornien unter Beweis.

Volvo: Smarte Elektro-LKW im Praxis-Test

Seit Anfang 2019 rollen elektrisch betriebene Trucks von Volvo über die Straßen Kaliforniens. Insgesamt 23 Demo-Trucks kommen in einem groß angelegten Feldversuch beim Logistikdienstleister NFI Industries zum Einsatz. Die schweren Brummis sind zugelassen für 15 Tonnen. Der US-amerikanischen Klassifizierung entsprechend gehören die „Heavy Duty Vehicles“ daher zur Klasse 8.

Laut NFI können durch den Einsatz der Elektro-LKW 3,5 Tonnen Luftschadstoffe und 3.020 Tonnen Treibhausgase pro Jahr eingespart werden. Außerdem sind sie mit Smart Technologies ausgestattet, die ihre Effizienz erhöhen sollen. Mittels „Remote Diagnostics“ beispielsweise werden Störungen an der Bordtechnologie über das Internet fern-diagnostiziert und, wenn möglich, auch gleich behoben. Der Vorteil: Der LKW muss wegen eines kleineren Schadens nicht in die Werkstatt.

Milliarden-Investition in Elektromobilität

Das Feldversuch-Projekt Volvo LIGHTS (Low Impact Green Heavy Transport Solutions) wird in Zusammenarbeit mit 16 Branchen-Spezialisten umgesetzt. Es ist Teil einer öffentlich-privaten Partnerschaft zwischen Volvo und South Coast Air Quality Management District (SCAQMD). Letzterer ist für die Reduktion von Emissionen in Südkalifornien zuständig. Das Projekt wird subventioniert: Es erhält 44,8 Millionen US-Dollar aus dem Emissionsrechtehandel.

Wenn der Praxistest erfolgreich ist, wird Volvos nächster Schritt nicht lange auf sich warten lassen. Der Verkauf von Elektro-LKW soll in den USA bereits Anfang 2020 beginnen. „Das ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung unserer Vision von Nullemission. Wir sind überzeugt, dass der Elektro-LKW-Verkehr ein wichtiger Impulsgeber für nachhaltige Transportprozesse sein wird“, sagte Claes Nilsson, der Präsident von Volvo Trucks anlässlich der Präsentation des Projekts.

Elektro-Müllabfuhr in Hamburg

Doch LIGHTS ist keineswegs der einzige Feldversuch der Schweden. In Hamburg ist bereits seit Mai 2018 ein Volvo FE Electric im Einsatz. Der Schwerlast-LKW mit drei Achsen tut seinen Dienst bei der Stadtreinigung. Die Vorteile liegen auf der Hand: Er erledigt die Hausmüll-Entsorgung beinahe geräuschlos. Und die Hamburger Luft bleibt durch weniger Abgase ein bisschen sauberer. Doch die neue Technologie muss unter harten Bedingungen bestehen. Denn Fahrzeuge der Stadtreinigung müssen im Alltag ständig halten und wieder anfahren. Das bedeutet enormen Verbrauch und Verschleiß.

Der Hamburger Volvo FE verfügt über zwei Elektromotoren mit 370 kW Maximalleistung und ein Zweiganggetriebe. Die Energie wird in Lithium-Ionen-Batterien gespeichert. Diese Akkus haben ein ordentliches Gewicht: jeweils eine halbe Tonne. Allein durch die Batterien wurde das Fahrzeug so schwer, dass die Zulassung für 26 Tonnen nicht mehr genügte. Eine Genehmigung für 27 Tonnen musste beantragt werden.

Der Spezial-LKW ist mit einem Aufbau der FAUN Umwelttechnik GmbH ausgestattet, Europas führendem Aufbauhersteller für Entsorgungsfahrzeuge. Zwei E-Motoren mit einer Maximalleistung von 370 Kilowatt sorgen für den Antrieb. Das entspricht 500 Pferdestärken. Das Fahrzeug fährt aber nicht nur mit elektrischem Antrieb. Auch seine anderen Funktionen werden mit Strom betrieben – etwa die rotierende Trommel oder die Kippvorrichtung. Der Strom für all das wird in Hamburg übrigens ökologisch produziert: mit Windkraft und Fotovoltaik.

Weltrekord in der Schweiz

Diese Fortschritte von Volvo sind beeindruckend. Doch einen echten Weltrekordler findet man weder in Kalifornien noch in Norddeutschland. Der Muldenkipper eDumper ist der größte Elektro-LKW der Welt. Und er wurde in der Schweiz produziert. Seit Mai 2018 ist er im Berner Jura im Einsatz. Das Nutzfahrzeug mit 58 Tonnen Leergewicht und 65 Tonnen Zuladung wurde von der Berner Fachhochschule zusammen mit der NTB Interstaatlichen Hochschule für Technik Buchs sowie dem Forschungsinstitut Empa, der Kuhn Schweiz AG und der Lithium Storage GmbH entwickelt.

Der eBumper besitzt die größte Batterie, die je in ein Elektro-Fahrzeug eingebaut wurde. Die ist mit ihren 4,5 Tonnen etwa so schwer wie zwei Mittelklasse-PKW. Doch die Öko-Bilanz stimmt: Der eBumper spart laut Empa pro Jahr 1.300 Tonnen Treibhausgase und 500.000 Liter Diesel.

Elektro-Lkw von Volvo (Foto: © Volvo)
Elektro-Lkw von Volvo (Foto: © Volvo)

Der Erfinder des Scheibenwischers ist weiblich

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Im Jahr 1903 war das Automobil und alles, was damit zusammenhing, hauptsächlich eine Männerbastion. Dennoch war es eine clevere Frau, die den Scheibenwischer erfand. Und das, noch bevor Henry Fords erstes Auto produziert wurde: Mary Anderson aus New York.

Mary Anderson beobachtete Autofahrer bei schlechtem Wetter

Während sie in den Straßen von New York unterwegs war, bemerkte Mary Anderson, dass die Autofahrer bei schlechtem Wetter Probleme bekamen. Bei Regen und Schnee mussten sie ständig aussteigen und ihre Frontscheibe abwischen. Für die junge Frau stand fest: ein automatisches Wischblatt musste her. Zeitgleich mit Robert Douglass und John Apjohn meldete Mary Anderson das Patent auf ihre Erfindung an. Zugesprochen wurde es ihr, da nur ihre Vorrichtung wirklich funktionierte.

Handbetriebener Scheibenwischer sorgte seither für klare Sicht

Das Patent zu ihrer Erfindung wurde Mary Anderson am 10. November 1903 vom US Patent Office übergeben. Ihre Vorrichtung verfügte über einen in Lenkradhöhe angebrachten Hebel, der vom Fahrer per Hand betätigt werden konnte. Wurde der Hebel bedient, setzte sich ein gefederter Schwingarm mit einem Gummiband in Bewegung und kehrte danach wieder in seine Ausgangsposition zurück. Auf diese Weise wurde mit gleicher Technik wie heute für freie Sicht gesorgt.

Die Weiterentwicklung des Scheibenwischers übernahmen die Männer

Das erste in Deutschland zugelassene System zur Entfernung von Regen und Schnee von der Frontscheibe konnte sich Heinrich von Preußen, der Bruder von Kaiser Wilhelm II. patentieren lassen – am 24. März 1908. Der erste elektrisch betriebene Scheibenwischer wurde 1926 von Bosch auf den Markt gebracht. 1964 schließlich gelang einem US-amerikanischen Professor für Ingenieurswissenschaften, Robert Kearns, die Erfindung des Intervallscheibenwischers. Nachdem die Robert Bosch GmbH 1999 die gelenklosen Flachbalken-Wischer vorgestellt hat, die heute in nahezu jedem Neufahrzeug verbaut sind, gab es keine nennenswerten Weiterentwicklung mehr.

Foto: pixabay © Dibjo

Die unbekannte Heldin der ersten Mondlandung

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Mondlandung

„Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit.“ So kennen wir alle das heldenhafte Zitat des amerikanischen Astronauten Neil Armstrong, der 1969 als erster Mensch bei der Raumfahrtmission „Apollo 11“ den Mond betrat. Er wird noch heute als einer der tapfersten und furchtlosesten Menschen der Geschichte gefeiert, doch dass eine Frau namens Margaret Hamilton für dieses prägende Ereignis verantwortlich ist, wissen die Wenigsten. Doch ohne sie hätte Armstrong vermutlich nie die Worte „Der Adler ist gelandet“ sagen können.

Die erste Programmiererin unserer Zeit

Margaret Hamilton, geboren am 17. August 1936 in Indiana, gilt als eine der ersten Software-Programmiererinnen. Während ihres Mathematik- und Philosophie-Studiums an dem Earlham College in Richmond, brachte sie sich selbst das Programmieren bei. Dort lernte sie auch ihren zukünftigen Mann James Hamilton kennen, mit dem sie später eine Tochter bekam. Nachdem Hamilton ihren Abschluss 1958 machte, zog sie mit ihrem Mann nach Boston. Dort besuchte er die Harvard Law School, während sie am Massachusetts Institute of Technology eine Stelle als Softwareentwicklerin annahm. Dies war eigentlich nur vorübergehend bis zum Abschluss ihres Mannes gedacht, denn anschließend wollte sie selbst wieder die Universität besuchen und einen weiteren Abschluss machen. Hamilton erhielt jedoch schnell eine führende Position als „Director of Apollo Flight Computer Programming“. Zu dieser Zeit war das Gebiet der Programmierung neu. Computer waren sehr groß und benötigten ganze Räume, wenn nicht sogar Lagerhallen.

„Als ich begann, wusste niemand, was wir machen.“

„Es war wie der Wilde Westen. Es gab keine Kurse. Niemand unterrichtete dieses Fach“, sagte Hamilton. Der Mathematiker Dr. Edward Lorenz leitete Hamilton und so erlernte sie einige Programmiersprachen und begann mit der Entwicklung von Software.

1961 erhielt das MIT Instrumentation Laboratory von der NASA den Auftrag für die Entwicklung des Apollo Guidance Computer. Hamilton war dafür verantwortlich, die On-Board-Flugsoftware zu entwickeln, die notwendig war, um zum Mond zu navigieren, zu landen und zurückzufliegen. Dafür nahm sie sogar ihre vierjährige Tochter Lauren mit, wenn sie am Wochenende arbeiten musste. So multitaskingfähig wie sie selbst, war auch das von ihr entwickelte Softwareprogramm. Bisher konnten gewöhnliche Programme nur Rechenaufgaben abarbeiten. Ihr Mondlandeprogramm aber konnte entscheiden, welche Prozesse wichtig und unwichtig waren. So bedeutete der Fehlercode 1202, dass der Bordcomputer überlastet ist und sich nur noch auf das Wichtigste wie beispielsweise die Landung konzentriert.

Abbruch der Mission droht

Genau dieser Fehlercode wurde einige hundert Meter kurz vor der ersten Landung auf der Mondoberfläche angezeigt. Der Computer wurde von den eingehenden Daten überlastet, konnte aber dennoch weiterarbeiten. So konnte in dieser Situation eine sekundenschnelle Reaktion erfolgen: Die Fehlermeldung wurde als ungefährlich eingestuft, die Landung konnte fortgesetzt und die Flagge gehisst werden. Der Grund dafür wurde erst 2005 durch eine Untersuchung aufgedeckt. Demnach hatte das Rendezvous-Radar, das die Annäherung zweier Flugobjekte misst, einen Fehler im Design der Hardware, weshalb der Computer mit falschen Informationen versorgt wurde.

Hamiltons Software wurde danach für weitere Raumfahrtmissionen eingesetzt, wie beispielsweise für die Weltraumstation „Skylab“. Zudem gründete sie ihre eigene Firma Hamilton Technologies, Inc. 2003 bekam sie schließlich für ihre wissenschaftlichen Erfolge den „NASA Exceptional Space Act Award“, der mit 37.200 US-Dollar dotiert war – somit die höchste Summe, die die NASA bis zu diesem Zeitpunkt an einen einzelnen Preisträger ausgezahlt hat. Zuletzt erhielt sie 2016 die „Presidential Medal of Freedom“, verliehen von Barack Obama. „Hamilton steht für eine Generation öffentlich unbekannter Frauen, die dabei mithalfen, die Menschheit ins All zu befördern“, betonte er.

Bis heute inspiriert Margaret Hamilton nicht nur Frauen, in den technischen und naturwissenschaftlichen Bereichen zu arbeiten. Der geniale Geist ihrer Erfindungen inspirierte die nachfolgenden Generationen.

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Gefahrgut unbeschadet transportieren – diese Vorschriften müssen beachtet werden

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Um dazu befugt zu sein, Gefahrgut zu transportieren, benötigen LKW-Fahrer eine spezielle Lizenz. Der sogenannte ADR-Schein kann nur durch den Besuch spezieller Kurse und Seminare erworben werden, die in der Regel mehrere Tage dauern und erst durch eine bestandene Prüfung erfolgreich beendet sind. Da es sich bei Gefahrgütern um Stoffe handelt, die eine Bedrohung für Umwelt, Mensch und Tier darstellen, ist eine solche Schulung mehr als notwendig. Auch die Auffrischung des Kurses nach fünf Jahren darf nicht in Vergessenheit geraten.

Sicherer Transport hilft dabei Strafen zu vermeiden

Die Speditionen und ihre Fahrer selbst sind für die Einhaltung der ADR (Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße) verantwortlich. Die gesamte Beförderungskette vom Be- und Entladen, dem Abfüllen, Kennzeichnen und Verpacken der Güter muss einwandfrei gewährleistet sein. Unterlaufen den Verantwortlichen Fehler, werden diese mit hohen Bußgeldern geahndet.

Die häufigsten Fehler, die geahndet werden:

1. Mit der ADR-Schulung hört die Information für Mitarbeiter auf

Der Umgang mit Gefahrgut muss trainiert werden. Bei den vielen Vorschriften werden wichtige Regeln wie Rücksicht auf die vorgeschriebene Verladetemperaturen oder das strikte Rauchverbot in der Nähe von explosiven Stoffen schnell vergessen. Auch, dass einige Stoffe nicht zusammen innerhalb einer Ladung transportiert werden können, ist stets zu bedenken. Um dem gerecht zu werden, müssen die Verantwortlichen eine genaue Route planen und einhalten.

2. Mangelnde Informationen zum Gefahrgut

Kennzeichnet ein Unternehmen Gefahrgüter nicht ausreichend, können bei einem Unfall nicht schnell genug die nötigen Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden. Daher ist es essenziell, dass spezielle Markierungen am LKW sowie am Behältnis selbst angebracht werden. Dazu gehören ein rautenförmiger Gefahrenzettel, der die Nummer der Gefahrgutklasse sowie das entsprechende Gefahrgutsymbol mitteilt. Komplettiert wird die Information durch eine orangefarbene Gefahrentafel, die unter anderem darüber Auskunft gibt, ob mit Wasser gelöscht werden darf, falls es zu einem Brand kommt. Beim Anbringen der Beschilderung ist unbedingt darauf zu achten, dass diese gut sichtbar ist und nicht verdeckt wird.

3. Spezielle „Erste-Hilfe-Ausrüstung“ für Gefahrgut fehlt

Neben den üblicherweise vorgeschriebenen Bestandteilen, die eine ordnungsgemäße Erste-Hilfe-Ausrüstung enthalten muss, gibt es weitere, die bei Gefahrguttransporten mitgeführt werden müssen. Das Warndreieck, der Erste-Hilfe-Kasten und die Warnweste werden also unter anderem durch den ABC-Feuerlöscher mit Pulver ergänzt. Werden gefährliche Flüssigkeiten befördert, müssen außerdem Kanalabdeckungen, Auffangbehälter, Schaufel und Besen vorhanden sein. Nicht zu vergessen ist für die Fahrer zudem ein spezielles Merkblatt, das genaue Auskunft darüber gibt, wie bei einem Unfall vorgegangen werden muss.

Foto: Fotolia © industrieblick

Die Kapitänin: Beate Stelzer fährt zur See

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Beater Stelzer Container-Schiff

Seit ihrer Schulzeit wollte Beate Stelzer immer Krankenschwester werden. Jahrelang arbeitete sie in diesem Beruf. Dann beschloss sie, eine zweite Karriere zu starten – in der Hochseeschifffahrt.

Nach ihrer Ausbildung zur Krankenschwester arbeitete die Berlinerin viele Jahre lang in der Intensivpflege. Eine harte Arbeit, mit 50 Stunden Dienst in der Woche. Obwohl sie sehr viel Verantwortung übernahm und großem Stress ausgesetzt war, hatte sie das Gefühl, kaum Anerkennung zu erhalten. Zum Beispiel von männlichen Ärzten, die sich herablassend verhielten. Doch in der täglichen Arbeit lernte Beate Stelzer auch viele Menschen kennen. Immer häufiger stellte sie ihren Patienten Fragen über deren Berufe, dachte auch über eigene Perspektiven nach.

Ein neues Lebensziel

Dann fasste sie den Entschluss, das Abitur zu machen, auf dem zweiten Bildungsweg. Den Abschluss erlangte sie mit 35 Jahren. Ihr Mann konnte all das nicht verstehen. Doch Stelzer ließ sich nicht beirren, suchte aktiv nach einem neuen Tätigkeitsfeld. Sie konsultierte eine Berufsberatung. Dort erzählte sie viel Persönliches, unter anderem Erinnerungen an ihre Kindheit. Beim Ostseeurlaub hatte sie sehnsüchtig weißen Fähren hinterhergeschaut, die am Horizont verschwanden. Im Gespräch entstand eine Idee, die die Krankenschwester noch vor Kurzem für vollkommen ausgeschlossen gehalten hätte: Sie wollte Kapitänin werden.

Der erste Schritt zu einem maritimen Kapitänspatent ist ein Praktikum von sechs Monaten auf einem Schiff. Stelzer stellte Anfragen bei Reedereien – und erhielt viele Absagen. Die traditionellen Schifffahrtsunternehmen hielten generell nicht viel von Quereinsteigern – und von einer erwachsenen Frau noch weniger. Doch mit Unterstützung von der Fachhochschule fand Beate Stelzer ihren Einstieg. Sie setzte sich durch gegen Sticheleien und Mobbing von Machos, sowohl an Bord als auch im Studium. Abschlussnote: 1,0. Die Leistung ist nicht ungewöhnlich, Quereinsteiger sind oft hochmotiviert, denn sie haben sich bewusst für einen schweren Weg entschieden. Danach folgten Diplomarbeit und Patent. Heute fährt Beate Stelzer als Erste Offizierin auf einem großen Containerschiff um die Welt. Sie gehört zu den besten ihres Fachs.

Die Krise als Chance sehen

Die beeindruckende Geschichte der Kapitänin aus Berlin zeigt nicht nur, wie sich Frauen in Männerdomänen durchsetzen können. Beate Stelzer hat auch bewiesen, dass aus einer persönlichen Sinnkrise eine zweite Chance entstehen kann. Sie hat an sich geglaubt, obwohl ihr Umfeld sie nicht unterstützte. Viele Menschen sind in ihrem beruflichen Leben nicht wirklich zufrieden. Das zeigt sich zum Beispiel an Frustration darüber, dass sich Ideen in der beruflichen Praxis nicht umsetzen lassen. Wer das Gefühl hat, die eigenen Potenziale würden im derzeitigen Job nicht genutzt, sollte das ernstnehmen.

Die Ursache für innerliche Anspannung, Unruhe und sogar Ängste, kann eine fehlende Perspektive sein. Das kann sich auch in Spannungen und Konflikten am Arbeitsplatz entladen. Nicht wenige Arbeitnehmer stehlen Sie sich in Gedanken davon, und stellen sich andere, spannendere Tätigkeiten vor. Oder sie stöbern ganz beiläufig im Internet nach Jobangeboten. Wer solche Verhaltensweisen an sich bemerkt, sollte ehrlich die folgenden Fragen stellen: Wie wird sich mein Unternehmen in den kommenden fünf Jahren entwickeln? Und was heißt das für meine Stelle? Passt der eingeschlagene Weg überhaupt noch zu mir?

Auch hochqualifizierten Fachkräften mit profunder Berufserfahrung stellt sich die Sinnfrage. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Die können im Bereich der persönlichen Ziele und Ambitionen angesiedelt sein – oder im Unternehmen. Zum Beispiel geben weibliche Fachkräfte in Umfragen immer wieder an, dass männliche Kollegen bei Beförderungen bevorzugt werden. Womöglich ist die nächste Karriereposition aber auch auf absehbare Zeit blockiert durch einen erfahrenen Kollegen. Oder der eigene Arbeitsbereich wird wegrationalisiert, zum Beispiel aufgrund der Digitalisierung.

Der Weg ist das Ziel

Ob Frau oder Mann – die Statistik spricht dafür, die Karriereplanung auch später im Leben noch zu hinterfragen. Die körperliche und geistige Fitness der meisten Menschen reicht heute weit bis über das 70te Lebensjahr hinaus. Daher kann ist ein Neustart auch mit Ende 40 oder sogar Anfang 50 durchaus eine Herausforderung sein, die sich bewältigen lässt. Immerhin stehen voraussichtlich noch etwa 20 bis 25 Jahre aktive Laufbahn bevor. Ein wichtiger Faktor ist selbstverständlich das familiäre Umfeld. Erhält der Schritt die nötige Unterstützung? Oder sind Angehörige ihrerseits auf Hilfe angewiesen? Nicht selten gehen berufliche Sinnkrisen auch von Umbrüchen im privaten Umfeld einher. Wer „es nochmal wissen will“, sollte in jedem Fall alle Faktoren bedenken und nichts überstürzen.

Wer sich selbst wieder oder ganz neu entdecken möchte, muss verstehen: Eine erfüllende Karriere besteht nicht nur aus erlangten Positionen und Gehältern. Wirklich zufrieden ist, wer mit Stolz auf die eigene Entwicklung und die im Laufe der Jahre entwickelten Fähigkeiten schauen kann. Und jeden Tag mit einer Tätigkeit verbringt, die Freude und Herausforderung zugleich ist. Womöglich ist der nächste Entwicklungsschritt im aktuellen Umfeld nicht möglich. Dann kann eine pro-aktiv gestaltete Veränderung neue Leidenschaften wecken. Vielleicht ist das ja die Begeisterung für das Lkw-Fahren?

 

Lkw-Maut: Gewichts- und Achsklassen richtig einstellen

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Toll Collect Maut

Wir haben bereits im Dezember letzten Jahres über die Einführung der neuen Mauttarife zum 01.01.2019 berichtet. Dabei tritt immer wieder die Frage auf, was denn die LKW Maut pro Kilometer kostet.

Toll Collect hat hier eine gute Übersicht erstellt: Der Mauttarif setzt sich zusammen aus dem Anteil für die Infrastrukturkosten (Gewichtsklasse), dem Anteil für die Luftverschmutzung (Schadstoffklasse) und dem Anteil für die Lärmbelastung. Es ist ganz wichtig darauf zu achten, dass die Gewichtsklasse vor jeder Fahrt korrekt eingestellt wird.

Insbesondere bei Fahrzeugen, die mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 18 Tonnen registriert sind, ist seit Januar 2019 erhöhte Aufmerksamkeit geboten. Auf ihrer On-Board Unit (OBU) sind 18 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht gespeichert. Fährt der Lkw dann aber mit einem Hängeroder Auflieger, muss die Gewichtseinstellung auf der OBU angepasst werden. Angezeigt wird dann „>18 t“. Anschließend ist noch die Zahl der Achsen auf der OBU anzugeben; auswählen kann man„bis 3“ sowie„4 und mehr Achsen“.

Wie eine „Ehefrau“ die längste Hängebrücke der Welt baute

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Brooklyn Bridge

Die aus der oberen Mittelklasse stammende Emily Warren aus Cold Spring im US-Bundesstaat New York heiratete 1865 den Offizier Washington August Roebling. Dieser sollte seinem Vater, John August Roebling, mit seinem großen technischen Verständnis dabei helfen, ein aufsehenerregendes Projekt in die Tat umzusetzen: den Bau einer Hängebrücke über den East River in New York.

Schicksalsschläge machen Emily Warren Roebling zur Bauherrin

Wenig später, 1869, starb John August Roebling an einer Tetanusinfektion – noch bevor der Bau der Brücke, die Manhattan und Brooklyn verbinden sollte, begonnen hatte. Sein Sohn, Emilys Ehemann, sollte den Bau nun vorantreiben, doch auch er erkrankte. Er litt unter der Taucherkrankheit, die dafür sorgte, dass er teilweise gelähmt und somit kaum arbeitsfähig war. Nur durch die von der Literatur hochgelobte „wirkungsvolle, zähe und intelligente Unterstützung seiner Ehefrau“ konnte die Brooklyn Bridge 1883 vollendet werden – und die Familie Roebling das Projekt bis zum Schluss leiten.

Selbststudium und viel Disziplin

Emily Warren Roebling war nicht nur die rechte Hand ihres Mannes, indem sie seine erteilten Weisungen so sorgfältig wie möglich umsetzte. Außerdem brachte sie sich alle nötigen Kenntnisse im Bereich Mathematik und Ingenieurwesen im Selbststudium bei. Neben der Arbeit als Bauleiterin pflegte Roebling ihren Ehemann.

Die längste Hängebrücke der Welt – von einer Frau eröffnet

Nach 14 Jahren Bauzeit konnte die Brooklyn Bridge fertiggestellt werden. Bei der feierlichen Eröffnung der bis dato längsten Hängebrücke der Welt, die seitdem Brooklyn und Manhattan verbindet, ritt niemand anderes als Emily Warren Roebling zusammen mit dem damaligen US-Präsidenten über ihre Brücke. Nach diesem Großprojekt zogen sich Emily Warren Roebling und ihr Mann zurück und widmeten sich dem Reisen.

Foto: pixabay © PublicDomainPictures

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